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Photo © Alexa Elliot

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Zum Beispiel wohin und wann sie wandern

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Photo © Guy Harvey Research Institute

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Hai Projekte Grants
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Photo © Matt Potensky

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Viele Haiarten, speziell die Hochsee Formen, folgen ihrer Beute oder suchen ihre Paarungs- und Gebärorte auf. Dabei geraten sie häufig in die Nähe der internationalen Fangflotten und werden gezielt oder als Beifang getötet. Viele Hochseearten sind deshalb stark bedroht. Um diese Haie besser schützen zu können, müssen wir mehr über ihre Wanderrouten und wann sie wandern erfahren.

Mako Hai
Mako Hai
Photo © Shutterstock

Mako Haie sind auf ihren Wanderungen besonders gefährdet.

Photo © Shutterstock


Ausgangslage

Hochseehaie sind typischerweise sehr mobil und wandern über weite Strecken. Auf ihren regelmässigen Wanderungen oder beim Verfolgen ihrer Beutefische überqueren sie dabei die Hoheitsgebiete verschiedener Länder und werden damit von verschiedenen Rechtssystemen entweder geschützt oder nicht. Da die internationalen Fischfangflotten meist dieselben Fischschwärme zum Ziel haben wie die Haie oder Hochseehaie wegen ihrer Flossen und Fleisch direkt befischen, sind die meisten Hochseehaie stark gefährdet und ihre Populationen gehen besorgniserregend zurück. Um die Gefahren für diese Haie durch die internationale Fischindustrie besser abschätzen zu können und wirksame, international koordinierte und nachhaltige Schutzmassnahmen treffen zu können, müssen wir mehr über die Wanderwege, räumlich und zeitlich, wissen.
Ein weiteres Problem für den Schutz der Hochseehaie und ihre nachhaltige Bewirtschaftung ist, dass die Schätzungen ihrer Populationsgrössen in der Regel auf den sehr ungenauen Daten der Haifänge basieren. Mit genauen Informationen über das zeitliche und räumliche Vorkommen von Haien können die Modelle, mit denen Populationsgrössen berechnet werden, stark verbessert werden.

Makos werden auf der Roten Liste des IUCN als global gefährdet geführt. Der Grund ist starke Überfischung und Raubbau an den Beständen. Glatte Hammerhaie (Sphyrna zygaena) sind wegen ihrer Flossen, die hohe Preise auf den asiatischen Fischmärkten erzielen, global gefährdet (Roten Liste des IUCN: "vulnerable") und es besteht das Risiko der Ausrottung.

Neben genauen Informationen über die Wanderwege von Hochseehaien sind populationsgenetische Analysen ebenso wichtig. Mit ihrer Hilfe kann z.B. festgestellt werden, ob und wie stark sich einzelne Populationen einer Art vermischen. Sind sie isoliert oder gibt es einen stakten genetischen Austausch? Zudem kann mit einer ausreichend grossen Anzahl Proben die Populationsgrösse statistisch relativ genau geschätzt werden. Die Hai-Stiftung unterstützt das Labor von Prof. Mahmood Shivji auch bei diesen Analysen mit dem Projekt Populationsgenomik grosser Haiarten.


Ziel

Das Ziel des Projektes ist, möglichst ausreichend Bewegungsprofile einzelner Haie zu sammeln, um statistisch signifikante Aussagen über ihre Aufenthaltswahrscheinlichkeiten bezüglich Zeit und Ort sowie Populationsgrössen machen zu können. Diese Daten können mit den bekannte Positionen der internationalen Fischflotten korreliert werden. Auf der Basis dieser wissenschaftlichen Daten sollen Politiker und das internationale Fischerei-Management, z.B. ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas/Internationale Komission für die Erhaltung der atlantischen Tunfische) oder zynisch "International Conspiracy to catch all Tunas" für einem besseren Schutz dieser Haie überzeugt werden.

Das Projekt ist eine Zusammenfassung von bis anhin 2 Projekten:

  1. Wanderungen Hammerhaie (2019 - 2021)
  2. Wanderungen Mako Haie (2015 - 2019)

 


Methoden

Zum Einsatz kommen sogenannte SPOT (Smart Position and Temperature/Intelligente Position und Temperatur) Satelliten Sender, die ihre Daten übertragen, sobald die Antenne über der Wasseroberfläche ist, und PSAT (Pop-up Satellite Archival Tag/Pop-up Archiv) Sender, die sich nach einer vorgegebenen Zeit vom Tier lösen, an die Wasseroberfläche treiben und ihr gesammeltes Datenmaterial (Archiv) senden. Beide nutzen das Argos Satelliten System.
Die PSAT-Sender werden in der Regel an einem Speer befestigt und dem Hai unterhalb der Rückenflosse eingesetzt. SPOT-Sender sind aufwändiger anzubringen, da darauf geachtet werden muss, dass die Antenne möglichst oft über der Wasseroberfläche ist. Bei langsam schwimmenden Haien wie den Walhaien können sie mit einem Schwimmkörper versehen, ähnlich wie PSAT-Sender, mit einem langen Kabel unter der Rückenflosse befestigt werden. Bei schnell schwimmenden Hochseehaien werden sie normalerweise an der Rückenflosse befestigt.

Pop-Up Tag

Pop-Up Satelliten Sender an der Speerspitze montiert.

Photo © Mike Neumann

SPOT-Sender Tigerhai
SPOT-Sender Tigerhai
Photo © Alexa Elliot

"Montage" eines SPOT-Senders an der Rückenflosse eines Tigerhais.

Photo © Alexa Elliot

 


Resultate

Makos

Neuseeland: Die Stiftung hat für die Untersuchungen der Mako Haie im indopazifischen Raum ausnahmsweise 2 Satelliten Sender finanziert. Die zwei Makos mit den Sendern der Stiftung, Gabi und Heinrich, blieben vornehmlich in der exklusiven ökonomischen Zone von Neuseeland, in der Makos leider nicht geschützt sind. Interessanter Weise hielten sich alle 13 markierten Makos dieses Projekts über Monate in der Küstenregion von Neuseeland auf um dann mit hoher Geschwindigkeit in nördlicher Richtung, die meisten in die Regionen Tonga und Fidschii, einer in die Coral Sea, zu schwimmen. Die meisten kehrten danach nach Neuseeland zurück. Gabi und Heinrich legten im Zeitraum, in dem die Sender Daten lieferten, 13'700 km (Gabi/587 Tage) bzw. 7'700 km (Heinrich/280 Tage) zurück.

Nordatlantik: 2018 konnte das Team von Mahmood Shivji mit seinen Analysen der Wanderungen und genetischen Analysen zeigen, dass die Mortalitätsrate bei der Mako Fischerei um den Faktor 10 unterschätzt wurde, was direkt zu Notfall-Fangbeschränkungen durch die NOAA (US Amerikanische Meeres- und Fischerei-Behörde, National Oceanic and Atmospheric Administration) im westlichen Nordatlantik führte. ICCAT hat, erwartungsgemäss, kaum reagiert.

Östlicher Nordpazifik: Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen NOAA (United States National Oceanic and Atmospheric Administration/US Behörde für Ozeane und Atmosphäre) und dem Guy Harvey Research Institute (GHRI). Mahmood ist Direktor des GHRI. Das Team erhielt von NOAA Satellitendaten von 62 Makos zur Analyse. Die Auswertung der Daten ist in Arbeit.

Hammerhaie

Glatte Hammerhaie wandern über grössere Strecken, über ihre Wanderwege ist jedoch fast nichts bekannt. Fischereimanagement Behörden und Organisationen benötigen dringend genaue Daten über die Migrationswege auf Populationsebene, die bevorzugten Aufenthaltsgebiete und Überschneidungsbereiche mit den Fischereizonen der Hochsee-Fangflotten. Diese von der Hai-Stiftung finanzierte Studie soll Aufschluss über die Wanderungen dieser Haiart geben und internationale Fischereibehörden dabei unterstützen, Schutzzonen und Schutzzeiten für diese Haiart zu etablieren.

Auf der Basis der Resultate dieses Projekts wurden bis anhin 7 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht.


Projektstatus

Generell finanziert die Stiftung aus Kostengründen keine Satellitensender. Für den Preis eines Senders kann zum Beispiel ein gesamtes Kurzprojekt finanziert werden. Da die Analyse von Wanderungen jedoch essentiell für den Haischutz ist, unterstützt die Stiftung das Labor von M. Shivji bei der nicht trivialen Analyse der Argus-Satellitendaten.

Das Mako Projekt hat bereits heute viel für den Schutz dieser gefährdeten Haiart beigetragen. Die Daten dienen auch der Lobbyarbeit in Europa für den besseren Schutz der Makos. ICCAT und die Europäische Fischereikommission haben bis heute, trotz massivem druck durch europäische Haischutz Organisationen, keine wirklich sinnvollen Massnahmen zum Schutz der Makos implementiert.


Administratives

Projektstatus: Laufendes Projekt seit 2015.
Projektleiter: Mahmood Shivji
Unterstützung bis anhin: 48'700 CHF


 

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