Hai-Stiftung
Gefährdet Haie
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Photo © Klaus Jost

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Gefährdete Haie

Aussterben ist für immer!

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Photo © Steve de Neef

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Jahres- und Revisionsberichte der Hai-Stiftung seit 1998

Die zwei aktuellen Jahresberichte finden sie als Web-Seiten. Die früheren Berichte sind als PDFs abgelegt.

Aktueller Jahresbericht 2019


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Jahresbericht der Hai-Stiftung 2019

September 2020

Generell




Stiftung

Die Covid-19 Pandemie hat 2020 auch die Arbeit der Hai-Stiftung nicht verschont. Die Revision der Buchhaltung, der Jahresbericht und damit die jährliche beschliessende Stiftungsratssitzung mussten auf Herbst verschoben werden. Sämtliche Feldarbeiten an den von der Stiftung unterstützen Projekten mussten ebenfalls eingestellt werden. Anfang September erreichten uns jedoch positive Nachrichten, dass die Arbeiten in einem Teil der Projekte langsam wieder aufgenommen werden können.

Wissenschaftliche Forschung ist teuer, speziell bei marinen Organismen. So fallen neben den effektiven Forschungsmaterialien oft auch Kosten für Boote, Crew, Treibstoff, Reisen, etc. an. Molekularbiologische Forschung wie z.B. die Analyse von Populationsdynamiken oder die Untersuchung von grossräumigen Wanderungen mittels Satellitensendern verschlingen Unsummen an Forschungsgeldern und können i.d.R. nur von grossen Labors mit oft mehreren Geldgebern finanziert werden. Die doch relativ kleine Hai-Stiftung unterstützt oder beteiligt sich, wo sinnvoll, an solchen grösseren Projekten, die gezielt dem Haischutz dienen. Manchmal sind es jedoch kleine, relativ kostengünstige Projekte wie z.B. die Analyse von lokalen Fischmärkten und Landungen von Haien in schlecht untersuchten Regionen, die sehr interessant sein können. Diese werden von grossen Geldgebern, speziell den nationalen Forschungseinrichtungen, selten unterstützt. Mit der Finanzierung solcher Projekte und mit der Vernetzung der Projektleiter untereinander und mit grösseren Labors kann die Stiftung mit relativ geringem Aufwand viel zum Hai-Schutz beitragen.

Die Hai-Stiftung engagiert sich seit 1997 für den weltweiten Schutz der Haie. Ohne die Unterstützung der vielen kleinen und grossen Spender wäre es unmöglich, unsere Arbeit für die Haie und damit den Schutz der Ozeane zu leisten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!

EEA Konferenz Rende, Italien

Alexander Godknecht vertrat vom 16. bis 18. Oktober 2019 die Hai-Stiftung als Repräsentantin der Schweiz an der 23. internationalen wissenschaftlichen Konferenz der Europäischen Elasmobranchier Gesellschaft (EEA) in Rende (Italien).

Publikationen

2019 wurden 5 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, die auf Resultaten der von der Hai-Stiftung unterstützten Projekte basierten. Speziell erwähnenswert ist die Publikation des Genoms (Erbgut) von Weissen Haien des Teams um Proj. Mahmood Shivji in den PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences, USA).

Seit 1997 wurden somit insgesamt 77 wissenschaftliche Publikationen, 3 Bücher, diverse Konferenzberichte und Poster sowie diverse Dissertationen und Diplomarbeiten von der Hai-Stiftung unterstützt.

US Shark Foundation

Die US Shark Foundation wurde auch 2019 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary Adkison ist als Direktor der US Stiftung eingetragen. 2019 war die US Shark Foundation selbsttragend und konnte mehrere, für den Hai-Schutz wichtige Erfolge verzeichnen.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000

Prof. Samuel "Doc" Gruber

Prof. Samuel Gruber, von vielen einfach "Shark Doc" genannt, verstarb am 18. April 2019 nach längerer Krankheit. Der weltbekannte Hai-Forscher, Doyen, Motor des Shark Labs auf Bimini und gute Freund hinterlässt eine nicht zu füllende Lücke. Die Stiftung hat seit 2007 mit Doc in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Wir werden seine wertvollen Inputs und interessanten Diskussionen vermissen.


Projekte




Hai-Ausstellung

Die Ausstellung ist seit September 2016 eingelagert und wir suchen wieder neue Ausstellungsorte.
Von April 2018 bis Januar 2019 wurde ein grosser Teil der Hai-Modelle an das Sauriermuseum in Aathal für die Sonderausstellung "Haie der Urmeere" am Sauriermuseum Aathal, Schweiz, vermietet.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 260'000 CHF

Populationsgenomik grosser Haiarten

Das Projekt, das vom Labor von Prof. Mahmood Shivji geleitet wird, umfasst molekulargenetisch Analysen verschiedener grosser Hochseehaie wie z.B. Grosser Hammerhai, Mako, Weisser Hai oder Weissspitzen Hochseehai. Mit Hilfe der Analysen sollen globale genetische Verbindungen zwischen Populationen von speziell grossen Hochsee- und anderen Haiarten molekularbiologisch untersucht werden.

Viele Haiarten werden stark befischt und sind global bedroht. Obwohl Haie grosse Strecken zurücklegen können, muss angenommen werden, dass sie lokale Populationen bilden (Philopatrie) und es nur zu geringem genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen kommt. Der genetische Austausch zwischen den getrennt lebenden Populationen und somit die Auffrischung des Genpools ist speziell für stark rückgängige Populationen ein wichtiger Faktor für deren Überleben.

2018/2019 untersuchte das Team um Prof. Shivji die Populationen der Kurzflossen Makos, einer Hochsee-Haiart, die sowohl von Hobbyanglern als auch kommerziellen Fischereiflotten gefangen werden. Speziell der meist unregulierte internationale Flossenhandel dezimiert die Bestände signifikant. Auf der Roten Liste des IUCN werden Makos als global gefährdet geführt.

Mittels hochauflösender genetischer Analysen (SNP) soll die Populationsdynamik, also die Populationsstrukturen, Genetische Diversität und Evolutionsgeschichte der Kurzflossen Makos im gesamten Atlantik analysiert werden. Auf der Basis dieser Informationen sollen Behörden und die internationalen Fischereikommissionen die Kurzflossen Makos besser bewirtschaften und schützen können.

2019 wurde im Rahmen der Forschungsarbeiten von Prof. Shivji mit Unterstützung der Hai-Stiftung ein wissenschaftliches Paper über das Genom der Weissen Haie und die Reaktion von Makos auf sich verändernde Umweltfaktoren publiziert.

Unterstützung: 2019 12'200 CHF
Investitionen bisher: ca. 36'700 CHF

Globale Analyse von Migrationen grosser Haiarten

Viele Haiarten gehen weltweit massiv zurück, hauptsächlich durch erhöhten Fischereidruck wegen ihres Fleisches und speziell der Flossen. Als Top-Jäger wachsen grosse Haie jedoch langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenige Junge. Dies macht sie besonders empfindlich gegenüber Überfischung.

Stark bedroht sind unter anderem Hammerhaie. Fischereimanagement Behörden und Organisationen benötigen dringend genaue Daten über die Migrationswege auf Populationsebene, die bevorzugten Aufenthaltsgebiete und Überschneidungsbereiche mit den Fischereizonen der Hochsee-Fangflotten.

Glatte Hammerhaie (Sphyrna zygaena) sind global empfindlich (Rote Liste: "vulnerable") und es besteht das Risiko der Ausrottung. Sie wandern über grössere Strecken, über ihre Wanderwege ist jedoch fast nichts bekannt. Diese von der Hai-Stiftung finanzierte Studie soll Aufschluss über die Wanderungen dieser Haiart geben und internationale Fischereibehörden dabei unterstützen, Schutzzonen und Schutzzeiten für diese Haiart zu etablieren.

Unterstützung: 2019 8'150 CHF
Investitionen bisher: ca. 24'400 CHF

Kinderstuben

Das Projekt Hai-"Kinderstuben" in Rookery Bay, 10'000 Islands, Florida, wird seit dem Jahr 2000 von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. Die Region wird von Haien als primäre Kinderstube (Neugeborene) und sekundäre Kinderstube (Junghaie ab 1 Jahr) benutzt. Die Untersuchungsregion umfasst die Fakahatchee, Faka Union und Pumpkin Bay. Die Sumpfregion, deren Wasser in diese Bays abflisst, wurde vor über 20 Jahren für ein Landgewinnungsprojekt trocken gelegt. Das Projekt scheiterte. Erst vor einigen Jahren hat sich der Staat Florida dazu entschlossen, die ursprüngliche Sumpflandschaft wiederherzustellen. Dieses Projekt verzögerte sich jedoch stark und ist bis heute noch nicht beendet. Doch langsam zeigen sich Resultate. Die Süsswassermenge, die früher durch Kanäle ins Meer abgeleitet wurde um den Sumpf trockenzulegen, nimmt ab. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, wie sich die Änderung der Salinität in den Kinderstuben auf die Junghaie auswirkt.

Pat ist beim Staat Florida (Rookery Bay National Estuarine Research Reserv) angestellt. Das Projekt arbeitet hauptsächlich mit begeisterten Freiwilligen, wodurch die Kosten stark reduziert werden können. Sein Team sammelt jährlich Daten bezüglich Anzahl und Art von Junghaien in den verschiedenen Regionen und baut damit einen beeindruckenden Datensatz auf. Die Stiftung investiert weiterhin bei Bedarf in das Projekt.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 61'500 CHF

Haischutz Zone Fidschi

Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2013 hat Mike Neumann um die weitere Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandsaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Der Fiji Shark Count läuft und wurde 2013/14 von der Stiftung mitfinanziert. 2015 wertete Christine Ward-Paige von der Dalhousie University, Halifax, die während des Fidji Shark Count gesammelten Daten aus.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 41'800 CHF

Migration grosser Küstenhaie in Jupiter, FL, und Bahamas

Grosse Hammerhaie Jupiter/Bimini/Bahamas
Hammerhai Arten sind in vielen Gebieten stark überfischt. Im März 2014 wurden die Grossen Hammerhaie sowohl in den Appendix II der CITES Konvention als auch in die Rote Liste des IUCN als gefährdet aufgenommen. Sie wandern über weite Strecken durch die Hoheitsgebiete verschiedener Nationen. Aus diesem Grund sind sie auch im Annex I der UN Konvention für intensiv wandernde Arten (Highly Migratory Species), die eine starke Kooperation aller beteiligten Länder beim Management dieser Arten fordert.
Hammerhaie finden sich häufig im Beifang, werden aber auch aktiv befischt, da ihre Flossen einen hohen Marktwert erzielen. Den Beifang zu regulieren und zu fordern, dass Hammerhaie wieder zurück ins Meer geworfen werden müssen, macht wenig Sinn, da die Mortalität der Hammerhaie im Beifang mit ca. 90% die höchste aller Arten ist. Aus diesem Grund müssen die Aufenthaltsorte, saisonale Raumnutzung und Verhalten dieser Hammerhai Arten wesentlich besser bekannt sein, um sie effizienter schützen zu können.

2019 mussten wegen des Todes von Prof. Samuel Gruber die meisten Arbeiten vorübergehend eingestellt werden, damit sich das Shark Lab und seine Mitarbeitenden neu positionieren konnten. Das Projekt wird 2020 wieder aufgenommen.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 226'400 CHF

Walhaie

2019 arbeitete das Team bestehend aus Dr. Simon Pierce, Dr. Chris Rohner und Dr. Clare Pebble an verschiedenen Walhai Projekten auf den Galapagos Inseln (Ecuador), Madagaskar, Mexiko, Mozambik, St. Helena (Grossbritannien) und Tansania.
Schwerpunkt der Arbeiten 2019 war das Wissen über die Biologie der Walhaie mit neuen physiologischen Techniken zu erweitern. So konnte bei einer Expedition nach St. Helena, wie auch bereits 2018 in Galapagos, ein Unterwasser-Ultraschallgerät erfolgreich für die Analyse der Trächtigkeit bei frei schwimmenden ausgewachsenen Walhaien eingesetzt werden. Auf Galapagos und St. Helena wurden zudem Blutproben für diverse biochemische Analysen entnommen. Walhaie eignen sich wegen ihrer Grösse und Gutmütigkeit sehr gut für das Testen neuer Methoden, die später eventuell bei anderen Haiarten eingesetzt werden können.
2019 zeigte eine gross angelegte kollaborative Studie die Gefährdung der Haie während ihrer Wanderungen durch die internationale Fischereiindustrie.
Eine weitere Studie in Java zeigte zum ersten Mal deutlich die Gefahr für Walhaie durch Plastikabfälle im Meer. Walhaie schlucken in dieser Gegend ca. 137 Stücke Plastik während 1 Stunde in der sie fressen.
Das Team präsentierte die Resultate ihrer verschiedenen Projekte an der fünften internationalen Walhai Konferenz in Australien.

Mit Unterstützung der Stiftung wurde 2019 ein wissenschaftlicher Artikel (Nature) über die grossen Risiken für wandernde Haiarten durch die internationale Fischerei ausserhalb nationaler Hoheitsgebiete publiziert. Eine weiterer Artikel über Walhaie in Mosambik erschien Mitte 2020.

Unterstützung: 2019 wurden keine Gelder beantragt.
Investitionen bisher: ca. 101'000 CHF

Weisse Haie im Nordatlantik: Hormon und Mikroplastik Analyse

Weisse Haie sind als Top-Räuber der Ozeane Endpunkte der Nahrungsketten. Somit akkumulieren sie Umweltgifte wie Quecksilber und Mikroplastik. Die in Zusammenarbeit mit Ocearch erfolgende Untersuchungen der Weissen Hai Populationen sollen Auskunft über deren Gesundheitszustand geben.

Das Ziel ist es, 60 Weisse Haie zu untersuchen, jeweils 20 aus den 3 Lebensabschnitten. Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

  1. Wie sieht die Populationgenetik der Weissen Haie im Nordatlantik aus?
  2. Wie bewegen sie sich, wie nutzen sie ihren Habitat und was sind ihre Tauchprofile?
  3. Was fressen sie, was für Fressstrategien haben sie und aus was besteht ihre Nahrung
  4. Wie sieht ihr Reproduktionszyklus aus?
  5. Sind sie gesund und wie hoch ist der Grad der Ansammlung von Umweltgiften?
  6. Wie wirken sich der Fang und die Arbeiten an Bord auf ihre Stresslevel aus?
  7. Wie setzt sich ihr Mikrobiom (alle nicht krankheitserregenden Lebewesen auf und in ihrem Körper) zusammen?
  8. Wie sind die generellen optischen Eindrücke von den Haien?

Der Teilprojektleiter Michael Hyatt ist ein Veterinärmediziner, dessen "Stress durch Fang und Untersuchungen" Forschungen bei Zitronen-, Bullen- und Hammerhaien in Rookery Bay bereits von der Stiftung finanziert und in 3 wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert wurden. Das Projekt läuft über 3 Jahre und wird jährlich mit $ 10,000 unterstützt.

Das Projekt schritt auch 2019 gut voran. Die Exkursionen Carolina/Georgia/Florida, Massachusetts, und Nova Scotia, Canada waren erfolgeich. Ein Zwischenbericht mit Daten der Expeditionen wurde Ende 2019 eingereicht.

Unterstützung 2019: 10'100 CHF
Investitionen bisher: ca. 20'100 CHF

Neu 2019: Haischutzprojekt Kap Verde

Westafrikas Kap Verde ist ein Archipel von zehn Vulkaninseln, Heimat von über 60 Hai- und Rochenarten, darunter Walhaie, Tigerhaie und Mantas. Diese Arten werden in Westafrika seit vielen Jahren unkontrolliert ausgebeutet. Die Kapverdischen Inseln - insbesondere Brava und Maio - sind jedoch insofern aussergewöhnlich, als sie das einzige Land in dieser Region sind, in dem Haie und Rochen nicht intensiv befischt werden, was sie zu einem Hotspot für diese Arten und zu einem der letzten Rückzugsgebiete im Nordostatlantik macht

Die Bedrohungen für die Haipopulation des Landes nehmen jedoch zu. Illegaler und exzessiver Fischfang, Umweltverschmutzung und Klimawandel sind nur einige Beispiele, zusammen mit der schnell wachsenden Tourismusindustrie in der Region, die den Druck auf die kapverdischen Meeresökosysteme und -arten, einschliesslich der Haie, weiter erhöht.

Es existieren bereits zwei Nichtregierungsorganisationen, die im Schutz der Gewässer um die kapverdischen Inseln engagiert sind, Fundação Maio Biodiversidade (FMB) in Maio, and Biflores in Brava. Das Projekt, dessen Hauptsponsor Fauna & Flora International (FFI) ist, möchte als Teil des Projekts diese beiden Organisationen soweit aufbauen, dass sie in Zukunft selbständig alle Schutzaufgaben übernehmen können.

Ziele des Vorprojekts 2019 (1 Jahr):

  1. Effektive standortbasierte Meeresbewirtschaftung (Meeresschutzgebiete/Marine Protected Areas (MPAs), Fischerei und artenorientierte Erhaltung in Schwerpunktgebieten).
  2. Verbesserung von Politik und Praxis, um Bedrohungen grösseren Ausmasses für Arten und Lebensräume zu vermindern (nationale Fischerei-Reformen, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken).
  3. Entwicklung der Kompetenz von lokalen Schutz-Organisationen (FMB und Biflores) und Optimierung ihrer Operationen um sie bei einem wirksamen Schutz der Meere zu unterstützen.
Ziele des Hauptprojekts 2020:
  1. Schliessen von Wissenslücken durch Forschung und Versuche. Zu diesem Zweck werden folgende Aktivitäten durchgeführt:
    • Untersuchung der historischen Haipopulationen und ihrer Diversität in Kap Verde.
    • Identifizieren und beschreiben der Hai-Kinderstuben um Brava und Maio. Diese Gebiete haben Priorität.
    • Bewertung der Durchführbarkeit und Eignung eines Programms zum Austausch von Fanggeräten für Fischer in Brava und Maio (Haken, Netze usw.)
    • Analyse der Finning Aktivitäten in Kap Verde, vor allem bei lokalen Fischern. Bei Bedarf Erarbeitung von Massnahmen, um Finning zu beenden.
    • Analyse der Eignung von Brava und Maio für nachhaltigen Ökotourismus, z.B. Tauchen mit Haien.
    • Fangdaten über die Häufigkeit von Jungfischen und den Fang pro Einheitsaufwand (CPUE) sammeln und analysieren, um eine Vorstellung davon zu erhalten, ob die Haie um Brava nachhaltig befischt werden.
  2. Gezielter Einsatz zur Verhinderung zerstörerischer Aktivitäten und zur Unterstützung positiver Initiativen.
    • Aufklärung der Fischer in Brava und Maio über die bestehenden Fischereigesetze und ihre Gründe, insbesondere im Zusammenhang mit Haien.
    • Gegen lokale Mythen vorgehen, die Haie gefährden, und Fischer ermutigen, Haie im Beifang möglichst lebend wieder ins Meer zurück zu werfen.
    • Information der lokalen Fischer über nachhaltige Fischereipraktiken (zum Schutz der Haie und ihrer Beute).
    • Interviews zur Entwicklung der Haibestände und ihres Vorkommens sowie Beifänge mit Fischern auf Maio sollen Trends seit 2016 aufzeigen.
    • Organisation von Meetings mit lokalen Behörden und Verantwortlichen in Maio, die für die Durchsetzung von Vorschriften zuständig sind. Auch Sportfischerei-Unternehmen müssen einbezogen werden. Diese müssen sich an Sportfischereigesetze halten und bewährte Praktiken einhalten, die für Haie und andere gefährdete Arten nachhaltig sind.
  3. Lokaler Kapazitätsaufbau
    • Unterstützung des fortgesetzten Kapazitätsaufbaus bei Biflores, um sie zu Bravas primärer mariner Schutzorganisation aufzubauen. Sie sollen zukünftig die regionale Führungsrolle im Haischutz übernehmen
    • Unterstützung der "Wächter des Meeres" von Maio, um die Projektarbeit zu überwachen und zu verifizieren, neue Bedrohungen zu finden und illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit Haien und ihrer Nahrungsasis in den MPAs von Maio zu verhindern
    • Durchführung von Kursen für lokale Fischer, z.B in Bootsreparatur und Erster Hilfe. Diese sind "Good Will" Angebote und dienen primär der guten Zusammenarbeit mit den Fischern und der Reduktion ihrer Unterhaltskosten. So soll eine kontinuierliche Zusammenarbeit auch mit den Fischern beim Schutz der Haie in Kap Verde gewährleistet werden.
Die Stiftung übernimmt bei diesem Projekt einen Teil der Kosten für die geplanten wissenschaftlichen Hai-Untersuchungen.

Unterstützung 2019: 10'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 10'000 CHF

Neu 2019: Einheimische Fischerei in Ghana

Ghana ist eine der wichtigsten Hai- und Rochenfangnationen in West Afrika. Die Hai- und Rochenfischerei ist einer der wichtigsten Arbeitgeber der Küstenregionen und sichert die Existenz und das Einkommen vieler der ärmsten Kommunen an der ghanaischen Küste.
Das Projekt soll kritische Basisinformationen zur einheimischen Fischerei in Ghana erheben. Hierbei stehen ökologische, kulturelle und sozio-ökonomische Charakteristiken der west-ghanischen Fischerei im Vordergrund. Spezielle, für eine Region typische Gefahren für Haie werden spezifisch analysiert. Auf der Basis dieser bis anhin fehlenden Daten soll eine nationale Strategie erarbeitet werden, um die Hai- und Rochenbestände Ghanas nachhaltig schützen und bewirtschaften zu können.
Die Projektdauer ist auf 3 Jahre angesetzt. Die Datenerhebung begann im April 2019. Das Projekt ergänzt das Kurzprojekt zur Analyse der lokalen Fischerei in Angola ausgezeichnet. Die beiden Teams haben Kontakt und arbeiten zusammen.
Zu Beginn des Projektes wurden massive Unsicherheiten bei der komplexen Bestimmung der in Ghana gefangenen Hai- und Rochenarten deutlich. Es benötigt sehr viel Erfahrung, um gewisse Arten immer korrekt zu bestimmen. Mit Hilfe des Teams aus Angola und von Prof. em. Benard Seret (Frankreich) konnte die Fehlerrate bei den Bestimmungen jedoch drastisch gesenkt werden.
Unterstützung: Total während 3 Jahren CHF 18'500.

Projektleitung: Seidu Issah
Unterstützung 2019: 8'300 CHF

Kurzprojekte

Neu 2019: Illegaler Handel mit Hai-Produkten in Griechenland

Die griechischen Meeresgewässer haben mit 67 Arten (37 Haiarten, 30 Rochenarten), deren Vorkommen bisher bestätigt wurde, eine bemerkenswerte Artenvielfalt an Haien und Rochen. Basierend auf der jüngsten Bewertung der Roten Liste der IUCN gelten 21 der 37 Haiarten, die in den griechischen Gewässern vorkommen, als bedroht (verletzlich, gefährdet, kritisch). 16 Haiarten sind auf der Grundlage nationaler und internationaler Gesetzgebungen geschützt (einschliesslich der Barcelona-Konvention, der Berner Konvention, CITES, GFCM-Empfehlungen und Präsidialdekrete). Es liegen jedoch keine artspezifischen Daten vor, da es keine spezifische Fischerei auf diese Arten gibt und die meisten dieser Arten aufgrund ihres geringen Handelswerts einfach ins Meer zurückgeworfen werden. Die angelandeten Arten werden in aggregierten Kategorien gemeldet. Da es keine tatsächlichen Daten über die angelandeten geschützten Arten gibt, besteht ein hohes Risiko des illegalen Handels mit geschützten Arten.
Das Projektteam besuchte zwischen Januar und Dezember 2019 Fischmärkte und Auktionen und entnahm kleine Gewebeproben der verkauften Haie. Sie führten zudem Interviews mit Fischhändlern und Kunden durch und starteten eine Mediencampagne.
Die Resultate der DNA-Analysen von 274 Fleischproben zeigte deutlich, dass auch geschützte Haie wie Blauhaie, wahrscheinlich unwissentlich, verkauft wurden.
Die Interviews zeigten unter anderem, dass die Fischhändler ihre Fische unter dem Namen auf der Kaufquittung verkaufen. Diese Namen bezeichnen oft nur Kategorien oder sind falsch. Kunden wissen nicht genau, was für Arten sie effektiv kaufen.
Das Projekt konnte 2019 erfolgreich abgeschlossen werden. Eine wissenschaftliche Publikation resultierte bereits aus dem Projekt, zwei weitere sind in Arbeit.

Projektleitung: Ioannis Giovos, iSea Griechenland
Unterstützung 2019: 6'500 CHF

Neu 2019: Fanganalysen von Sechskiemerhaien im Mittelmeer

Stumpfnasen Sechskiemerhaie gelten zwar gemäss der Roten Liste des IUCN im Mittelmeer als nicht gefährdet, die Fischerei im Mittelmeer ist jedoch schlecht dokumentiert und kontrolliert. Sechskiemerhaie finden sich zudem häufig im Beifang der Tiefseefischerei (bis 2000m). Betrachtet man die abnehmenden Trends der meisten anderen Haipopulationen im Mittelmeer, die bis auf 10-20% ihrer früheren Grösse geschrumpft sind, wirkt diese positive Bewertung als eher unwahrscheinlich und veraltet.
Die Studie soll mit Hilfe von Interviews und Beobachtungen Trends in den Landungen der Sechschiemerhaie im gesamten Mittelmeerraum aufzeigen. Die Studie erstreckt sich über 11 Länder: Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Lybien, Algerien, Tunesien, Montenegro, Albanien, Cypern und Israel. Sie wird gemeinsam mit lokalen Wissenschaftlern und Helfern der jeweiligen Länder durchgeführt. Das Projekt wird Ignazio Nuez vo der EEA Mitgliedorganisation Spanien (Submon) koordiniert. Das Projekt ist nicht nur von grossem Interesse für den Hai-Schutz sondern soll auch die Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen EEA Mitglieder im Mittelmeerbereich fördern, speziell die neuen EEA Mitglieder Griechenland und Israel.

Das Projekt läuft, eine erste Präsentation der vorläufigen Daten erfolgte am IUCN Workshop in Palma de Mallorca im November 2019.

Projektleitung: Ignasi Nuez, Msc, Submon Portugal
Unterstützung 2019: 9'6500 CHF

Oekologische Analyse der Blauhaie in South Cornwall (England)

Blauhaie (Prionace glauca) sind grosse Hochsee-Haie, die als Top-Jäger global in gemässigten und tropischen Gewässern zu finden sind. Wie auch andere Haiarten sind sie ein wichtiger Regulationsfaktor in ihren marinen Oekosystemen.
Blauhaie werden direkt wegen ihrer Flossen gefangen oder verenden im Beifang der Hochsee Fangflotten. Ihr Status auf der Roten Liste gefährdeter Arten ist "Near Threatened", also kurz vor oder mit starker Tendenz hin zu "Gefährdet". Es fehlen allerdings entsprechend aktuelle Daten, so dass sie möglicherweise bereits als "Gefährdet" eingestuft werden müssten.

Neben der Bedrohung der Blauhaie durch die Fischerei ist bei Top-Jägern auch die Akkumulierung von Umweltgiften ein grosses Problem. So wurden bei Blauhaien bereits weit über den europäischen Grenzwerten liegende Konzentrationen von Arsen und Quecksilber gemessen. Auch PCB (Polychlor Biphenyle), PAH (Polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) können in Top-Jägern akkumulieren und beeinträchtigen deren Gesundheit und Fertilität.
Ziele des Projekts sind:

  • Analyse der generellen Wasserqualität der südwestliche Küste von Cornwall.
  • Mit Hilfe von Photo IDs der Rückenflossen und populationsgenetischen Analysen soll festgestellt werden, ob die Region von verschiedenen Blauhai Populationen als Futterplatz genutzt wird oder ob die dortige Population homogen ist.
  • Mit Hilfe von chemischen und genetischen Analysen soll der Gesundheitszustand der Population/en festgestellt werden.
  • Aufklärung und Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung und Fischer bezüglich der Blauhaie der südwestliche Küste von Cornwall.

Um für die Identifikation von Blauhaien eine breitere Öffentlichkeit mit einbeziehen zu können, wurde eine online Photodatenbank erstellt. In ihr sollen Photos von Blauhai-Rückenflossen gesammelt und später analysiert werden.

Bei dem Projekt gibt es immer noch Probleme mit den Biopsienadeln, da Blauhaie sehr schnelle Schwimmer sind. Diese Probleme konnten auch in Zusammenarbeit mit dem Forscherteam von Fidschii leider noch nicht vollständig gelöst werden.

2019 gab es leider keine grösseren Fortschritte im Projekt, teilweise dadurch, dass die Kosten der Schiffe für die Expeditionen zu hoch waren. Der Projektleiter sucht nach Alternativen und wird ab Herbst 2020 berichten. 2019 erhielt das Projekt keine Unterstützung.

Projektleitung: Dr. Andrea Gaion, South Devon College

Unterstützung 2019: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 13'200 CHF

Einheimische Fischerei in Angola

In Westafrika wird ein bedenklicher Rückgang von Haien festgestellt, hauptsächlich durch den immer noch steigenden Bedarf an Hai-Flossen im asiatischen Raum. Speziell Grosse Hammerhaie, Zitronenhaie und Bullenhaie verzeichnen einen bedrohlichen Rückgang. Aber auch viele andere Haiarten sind betroffen.

Angola liegt im nördlichen Teil des so genannten "Benguela Current Large Marine Ecosystem (BCLME)". Das BCLME ist eine äusserst produktive Meeresregion, da durch den Zusammenfluss des Benguela - und Angola Stroms Wirbel entstehen, die nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche bringen.

Die Nachfrage nach Hai-Flossen hat speziell in den letzten 10 Jahren in Angola dazu geführt, dass die einheimische Küstenfischerei massiv angestiegen ist (Quelle FAO, United Nations Food and Agricultural Organization). Genaue Daten über die gezielte Hai-Fischerei liegen jedoch nicht vor und sollen in dem Projekt erhoben werden.

Das Projekt schreitet gut voran. Ein zweiter Zwischenbericht mit Daten von verschiedenen Häfen in Angola liegt vor.

Projektleitung: Dr. Rima Jabado (Environment Agency Abu Dhabi)

Unterstützung: ca. CHF 9'500 über 3 Jahre (2017-2019).
Unterstützung 2019: 4'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 8'700 CHF


Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und von Shark Info




Medien-/Öffentlichkeitsarbeit

Die Stiftung und Shark Info beantworteten Fragen, redigierten Artikel in diversen Medien und lieferte Expertisen und Tipps rund um das Thema Hai und Hai-Schutz.

Web-Server

2019 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung ca. 107'500 eindeutige Besucher, die 430'000 Seiten aufgerufen haben. Die Besucher kamen vornehmlich aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Österreich. Der Server der Shark Foundation verzeichnete 60'000 Besuche mit 270'00 Seitenaufrufen. Die Besucher kamen vornehmlich aus den USA, Polen, China und Deutschland. Klarer Spitzenreiter bei hai.ch war die Hai-Datenbank, bei shark.ch die Home-Page. Der Trend gegenüber 2018 ist weiterhin klar rückgängig, was auf die fehlende Unterstützung mobiler Browser und damit schlechtes Ranking bei Google zurückzuführen ist. Auf hai.ch waren 52% der Browser mobile Versionen, auf shark.ch immerhin 31%. Erstaunlich ist, dass im deutschsprachigen Raum mobile Zugriffe mit Abstand häufiger sind als im englischsprachigen Raum. Die neuen Web-Seiten der Stiftung werden im Winter 2020 mit grosser Wahrscheinlichkeit online gehen. Wir erwarten mit den neuen Seiten, die für das Google Ranking, SEO und mobile Geräte optimiert sind, eine wesentlich bessere Internetpräsenz.


Administrativa




Finanzpolitik der Hai-Stiftung

Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet, untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüsch-Haie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben.

Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.


Jahresbericht 2018


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Jahresbericht der Hai-Stiftung 2018

August 2019

Generell


Stiftung

Wissenschaftliche Forschung ist teuer, speziell bei marinen Organismen. So fallen neben den effektiven Forschungsmaterialien oft auch Kosten für Boote, Crew, Treibstoff, Reisen etc. an. Molekularbiologische Forschung wie z.B. die Analyse von Populationsdynamiken oder die Untersuchung von grossräumigen Wanderungen mittels Satellitensendern verschlingen Unsummen an Forschungsgeldern und können i.d.R. nur von grossen Labors mit oft mehreren Geldgebern finanziert werden. Die doch relativ kleine Hai-Stiftung unterstützt oder beteiligt sich, wo sinnvoll, an solchen grösseren Projekten, die gezielt dem Haischutz dienen. Manchmal sind es jedoch kleine, relativ kostengünstige Projekte wie z.B. die Analyse von lokalen Fischmärkten und Landungen von Haien in schlecht untersuchten Regionen, die sehr interessant sein können. Diese werden von grossen Geldgebern, speziell den nationalen Forschungseinrichtungen, selten unterstützt. Mit der Finanzierung solcher Projekte und mit der Vernetzung der Projektleiter untereinander und mit grösseren Labors kann die Stiftung mit relativ geringem Aufwand viel zum Hai-Schutz beitragen.

Die Hai-Stiftung engagiert sich seit 1997 für den weltweiten Schutz der Haie. Ohne die Unterstützung der vielen kleinen und grossen Spender wäre es unmöglich, unsere Arbeit für die Haie und damit den Schutz der Ozeane zu leisten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!

EEA Konferenz in Peniche, Portugal

Alexander Godknecht vertrat vom 12.-14.10.2018 die Hai-Stiftung als Repräsentantin der Schweiz an der 22. internationalen wissenschaftlichen Konferenz der Europäischen Elasmobranchier Gesellschaft (EEA) in Peniche (Portugal).

Publikationen

2018 wurden 6 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, die auf Resultaten der von der Hai-Stiftung unterstützten Projekte basierten.

Seit 1997 bis Mitte 2019 wurden somit insgesamt 72 wissenschaftliche Publikationen, 3 Bücher, diverse Konferenzberichte und Poster sowie eine Diplomarbeit von der Hai-Stiftung unterstützt.

US Shark Foundation

Die US Shark Foundation wurde auch 2018 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary Adkison ist als Direktor der US Stiftung eingetragen. 2018 war die US Shark Foundation selbsttragend und konnte mehrere, für den Hai-Schutz wichtige Erfolge verzeichnen.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000.


Projekte


Hai-Ausstellung

Die Ausstellung ist seit September 2016 eingelagert und wir suchen wieder neue Ausstellungsorte.

Von April 2018 bis Januar 2019 wurde ein grosser Teil der Hai-Modelle an das Sauriermuseum in Aathal für die Sonderausstellung "Haie der Urmeere" am Sauriermuseum Aathal, Schweiz, vermietet.

2018 wurde zudem ein Modell eines Hammerhaies in Gedenken und Dank an Heinrich Thorbecke für seine langjährige, sehr grosszügige Unterstützung der Hai-Stiftung als Sponsor und Stiftungsrat dem Naturmuseum St. Gallen für seine feste Ausstellung übergeben.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 260'000 CHF

Populationsgenomik grosser Haiarten

Das Projekt, das vom Labor von Prof. Mahmood Shivji geleitet wird, umfasst molekulargenetisch Analysen verschiedener grosser Hochseehaie wie z.B. Grosser Hammerhai, Mako, Weisser Hai oder Weissspitzen Hochseehai. Mit Hilfe der Analysen sollen globale genetische Verbindungen zwischen Populationen von speziell grossen Hochsee- und anderen Haiarten molekularbiologisch untersucht werden.

Viele Haiarten werden stark befischt und sind global bedroht. Obwohl Haie grosse Strecken zurücklegen können, muss angenommen werden, dass sie lokale Populationen bilden (Philopatrie) und es nur zu geringem genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen kommt. Der genetische Austausch zwischen den getrennt lebenden Populationen und somit die Auffrischung des Genpools ist speziell für stark rückgängige Populationen ein wichtiger Faktor für deren Überleben.

2018/2019 untersucht das Team um Prof. Shivji die Populationen der Kurzflossen Makos, einer Hochsee-Haiart, die sowohl von Hobbyanglern als auch kommerziellen Fischereiflotten gefangen werden. Speziell der meist unregulierte internationale Flossenhandel dezimiert die Bestände signifikant. Auf der Roten Liste des IUCN werden Makos als global gefärdet geführt. 2018 konnte das Team zeigen, dass die Mortalitätsrate bei der Mako Fischerei um den Faktor 10 unterschätzt wurde, was direkt zu Notfall-Fangbeschränkungen durch die NOAA (US Amerikanische Meeres- und Fischerei-Behörde, National Oceanic and Atmospheric Administration) führte.

Mittels hochauflösender genetischer Analysen (SNP) soll die Populationsdynamik, also die Populationsstrukturen, Genetische Diversität und Evolutionsgeschichte der Kurzflossen Makos im gesamten Atlantik analysiert werden. Auf der Basis dieser Informationen sollen Behörden und die internationalen Fischereikommissionen die Kurzflossen Makos besser bewirtschaften und schützen können.

2018 wurde im Rahmen der Forschungsarbeiten von Prof. Shivji mit Unterstützung der Hai-Stiftung ein wissenschaftliches Paper über grosse genetische Unterschiede bei Weissen Haien im Pazifik publiziert.

Investitionen 2018: 12'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 24'500 CHF

Globale Analyse von Migrationen grosser Haiarten

Viele Haiarten gehen weltweit massiv zurück, hauptsächlich durch erhöhten Fischereidruck wegen ihres Fleisches und speziell der Flossen. Als Top-Jäger wachsen grosse Haie jedoch langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenige Junge. Dies macht sie besonders empfindlich gegenüber Überfischung.

Stark bedroht sind unter anderem Hammerhaie. Fischereimanagement Behörden undOrganisationen benötigen dringend genaue Daten über die Migrationswege auf Populationsebene, die bevorzugten Aufenthaltsgebiete und Überschneidungsbereiche mit den Fischereizonen der Hochsee-Fangflotten.

Glatte Hammerhaie (Sphyrna zygaena) sind global empfindlich (Rote Liste: "vulnerable") und es besteht das Risiko der Ausrottung. Sie wandern über grössere Strecken, über ihre Wanderwege ist jedoch fast nichts bekannt. Diese von der Hai-Stiftung finanzierte Studie soll Aufschluss über die Wanderungen dieser Haiart geben und internationale Fischereibehörden dabei unterstützen, Schutzzonen und Schutzzeiten für diese Haiart zu etablieren.

Investitionen 2018: 8'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 16'200 CHF

Kinderstuben

Das Projekt Hai-"Kinderstuben" in Rookery Bay, 10'000 Islands, wird seit dem Jahr 2000 von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. Die Region wird von Haien als primäre Kinderstube (Neugeborene) und sekundäre Kinderstube (Junghaie ab 1 Jahr) benutzt. Die Untersuchungsregion umfasst die Fakahatchee, Faka Union und Pumpkin Bay. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, wie sich die Änderung der Salinität in den Kindestuben auf die Junghaie auswirkt.

Das Projekt arbeitet hauptsächlich mit begeisterten Freiwilligen, wodurch die Kosten stark reduziert werden können. Die Stiftung investiert jedoch weiterhin bei Bedarf in das Projekt.

Investitionen 2018: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 61'500 CHF

Haischutz Zone Fidschi

Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2013 hat Mike Neumann um die weitere Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandsaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Der Fiji Shark Count läuft und wurde 2013/14 von der Stiftung mitfinanziert. 2015 wertete Christine Ward-Paige von der Dalhousie University, Halifax, die während des Fidji Shark Count gesammelten Daten aus.

Investitionen 2018: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 41'800 CHF

Migration grosser Küstenhaie in Jupiter, FL, und Bahamas

Grosse Hammerhaie Jupiter/Bimini/Bahamas
Hammerhai Arten sind in vielen Gebieten stark überfischt. Im März 2014 wurden die Grossen Hammerhaie sowohl in den Appendix II der CITES Konvention als auch in die Rote Liste des IUCN als gefährdet aufgenommen. Sie wandern über weite Strecken durch die Hoheitsgebiete verschiedener Nationen. Aus diesem Grund sind sie auch im Annex I der UN Konvention für intensiv wandernde Arten (Highly Migratory Species), die eine starke Kooperation aller beteiligten Länder beim Management dieser Arten fordert.
Hammerhaie finden sich häufig im Beifang, werden aber auch aktiv befischt, da ihre Flossen einen hohen Marktwert erzielen. Den Beifang zu regulieren und zu fordern, dass Hammerhaie wieder zurück ins Meer geworfen werden müssen, macht wenig Sinn, da die Mortalität der Hammerhaie im Beifang mit ca. 90% die höchste aller Arten ist. Aus diesem Grund müssen die Aufenthaltsorte, saisonale Raumnutzung und Verhalten dieser Hammerhai Arten wesentlich besser bekannt sein, um sie effizienter schützen zu können.

Das Projektteam fokussierte sich auch 2018 auf die Migrationen der Grossen Hammerhaie (Sphyrna mokarran) in den Regionen Jupiter (FL, USA), Bimini und generell den Bahamas. Die Analysen der Bewegungen der Grossen Hammerhaie bestätigen ein philopatrisches Verhalten. Sie wandern in jährlichen Zyklen, bleiben saisonal an einem Ort und behalten dieses Verhalten über Jahre hinweg bei. In Bimini und den Bahamas halten sie sich zwischen Oktober bis April auf, in Jupiter/Florida von Oktober bis März. Hammerhaie, die in Bimini oder Jupiter mit Satellitensendern ausgerüstet wurden, wanderten bis nach Nord Virginia und zurück, gesamthaft eine Strecke von ca. 3'000 km. Derartige saisonalen und damit vorhersagbaren Wanderungen sind gefährlich für die bereits stark bedrohten Hammerhai Populationen. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sie gezielt gefangen werden oder im Beifang sterben. Langzeit-Ziel des Projekts ist, der nationalen US Fischereibehörde wissenschaftlich solide Daten vorlegen zu können, um Grosse Hammerhaie in der US exklusiven nationalen Fischereizone unter Schutz stellen zu können. Hierfür werden Daten über die saisonalen gross- und kleinräumigen Wanderungen (Satelliten-, akustische Sender, klassische Tags, Photo-ID), Fressgewohnheiten (Stabile Isotopen Analyse), Kinderstuben/Gebärplätze (Ultraschall- und Hormon-Untersuchungen) benötigt.

Unterstützung 2018: 14'200 CHF
Investitionen bisher: ca. 226'400 CHF

Walhaie

Walhaie sind auf der roten Liste des IUCN und im CITES Anhang II als global bedrohte Art geführt. Neben der Arbeit in Mosambik für die Etablierung eines marinen Schutzgebiets für Walhaie studiert das Team um Simon Pierce und Chris Rohner unter Einbezug lokaler und internationaler Wissenschaftler diverse ökologische, genetische und biochemische Aspekte der Walhai Populationen in Mafia Island (Tansania), dem Roten Meer, Persischen Golf, Philippinen, Mexiko (Yukatan), Galapagos und einem neuen Walhai Hotspot in Madagaskar. Die Hai-Stiftung unterstützt die Forschungen von Simon Pierce und der Marine Megafauna Foundation seit 2009.

Projekte an den verschiedenen Standorten:

  • IUCN Rote Liste gefährdeter Arten: 2017 wurde die offizielle Einschätzung der globalen Zahl von Walhaien aktualisiert und um Daten des Arabischen Meers erweitert. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die weltweiten Walhaibestände seit 1980 um ca. 50% zurückgegangen sind und sich seither nicht wieder erholt haben.

  • UN Konvention über wandernde Arten: Ein sehr grosser Erfolg für den Walhai Schutz konnte 2017 erreicht werden. Auf der Basis der IUCN Daten des Teams um Dr. Simon Pierce und anderer Forscher wurden Walhaie unter den höchsten Schutz (Appendix I) der UN Konvention über wandernde Arten (CMS, UN Convention on Migratory Species) gestellt. Ziel der CMS ist, wandernde Arten nicht nur in spezifischen Ländern sondern in ihrem gesamten Territorium zu schützen.

  • Madagaskar: Bei allen grösseren Walhai-Aggregationen im westlichen Indischen Ozean, speziell in Mozambique und den Seychellen, musste ein signifikanter Rückgang der Individuenzahl festgestellt werden. Umso wichtiger ist die neu gefundene Walhai- Aggregation in Madagaskar. Diese Aggregation ist, erfreulicher Weise, wesentlich grösser als bisher angenommen. Seit 2015 konnten dort über 240 Haie identifiziert werden.

  • Mexiko: Genetische Studien haben gezeigt, dass atlantische Walhaie äusserst selten in den Pazifischen oder Indischen Ozean wandern. Nach momentanem Stand des Wissens können somit 2 Walhai Populationen identifiziert werden, eine atlantische und eine indo-pazifische.

  • Galapagos: Die Galapagos Insel Darwin ist weltweit der einzige heute bekannte Ort, an dem ausgewachsene, trächtige Walhai Weibchen gesichtet werden. Kleine Gewebeproben dieser Weibchen sollen Auskunft über ihre Populationsgenetik sowie ihre Ernährung (Stabile Isotopen und Fettsäuren Analyse) geben. Zudem wurden die Haie mit Satellitensendern (nicht von der Stiftung finanziert) versehen, um ihre Wanderungsrouten zu studieren. 2017 wurde das Projekt in der weltbekannten BBC Produktion Blue Planet 2 prominent vorgestellt, eine wichtige Öffentlichkeitsarbeit für die bedrohten Walhaie.

    Bei der 2018 Expedition nach Galapagos gelang es dem Team erstmals, 21 wahrscheinlich hochschwangere frei schwimmende Weibchen mittels Ultraschall auf ihre Trächtigkeit hin zu untersuchen. Die Daten werden noch ausgewertet. Zudem wurden bei 6 Weibchen Blutproben entnommen. Die bisherigen Versuche, bei den > 10-12 m erwachsenen Walhaien Blut für Hormonuntersuchungen zu entnehmen scheiterten an der bis über 30 cm dicken Haut. Diesmal gelang es dem Team, eine Region mit viel dünnerer Haut zu finden. Gewebeproben sollen über Verwandschaftsbeziehungen zu anderen Orten Auskunft geben.

  • Mafia Island: Die Walhaie um Mafia Island sind die genetisch und biochemisch wohl am besten studierte Population. Die Studien wurden auch 2018 weitergeführt, unter anderem mit dem Fokus auf Unterschiede in weiblichen und männlichen Walhaien. 2017 wurden viele wiederkehrende Walhaie beobachtet, aber auch einige neue.

    Für den beginnenden Walhai Tourismus in Tansania erstellte das Team 2018 auf der Basis seiner grossen Erfahrung in Mozambique entsprechende Richtlinien, die den verantwortlichen Behörden unterbereitet wurden.

  • Mosambik: Die Arbeit in Mozambique und die Untersuchungen zu der Vernetzung der Walhaie in den verschiedenen indo-pazifischen Regionen und der arabischen Region gehen weiter.

  • Biologie: Verschiedene Analysen zur Biologie der Walhaie laufen parallel zu den Schutzanstrengungen. So wird untersucht, wo sich die adulten Weibchen und Männchen aufhalten, wenn sie die "Hotspots" verlassen. Erste Resultate deuten darauf hin, dass sie den Rest ihres Lebens auf hoher See verbringen.

    Wie navigieren Walhaie auf hoher See? Bewegungsanalysen zeigen, dass sie ab und zu kurz bis in Tiefen von über 1200 m abtauchen. Versuchen sie so, sich besser am Erdmagnetfeld zu orientieren?

    Weitere Untersuchungen zeigen, dass Parasiten auf der Oberfläche von ihren Wirten deren DNA ansammeln. Diese so genannte iDNA (von Invertebraten gewonnene DNA) konnte in dieser Walhaie Studie zum ersten Mal bei marinen Lebewesen festgestellt werden.

    Moderne Techniken erlauben es, immer günstiger und schneller ganze Genome von Lebewesen zu analysieren. Genomische DNA kann wesentlich detailliertere Auskünfte über Populationen und ihre Interaktionen geben als die klassischen kurzen DNA Stückchen. Mit diesen neuen Technologien sollen die internationalen Walhai Populationen detaillierter analysiert werden.

2018 konnten mit der Unterstützung der Stiftung 4 wissenschaftliche Publikationen
veröffentlicht werden.

Unterstützung 2018: 9'700 CHF
Investitionen bisher: ca. 101'000 CHF

2018 erfolgreich abgeschlossen:
Bullenhai Populationen in
Fidschi

Mit der immer schneller ansteigenden Übernutzung der Meere wird der Erhalt von einzelnen Schlüssel-Arten, ihren Populationen und ihrem Lebensraum immer wichtiger. Als grosse Top-Jäger mit einem grossen Verbreitungsgebiet sind Bullenhaie eine dieser Schlüssel-Arten, denn sie regulieren massgeblich das Oekosystem, in dem sie leben. Um ihre Bestände nachhaltig managen und erhalten zu können, sind zuverlässige Informationen über ihre Verbreitung, Fortpflanzung, Ernährung und Verhalten essentiell. Die Bullenhai Populationen in Fidschi wurden schon seit mehreren Jahren intensiv studiert. Dennoch sind noch viele Fragen offen. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der University of the South Pacific, Fidschi, wird Kerstin Glaus (Universität Basel) einige dieser Fragen adressieren:

  • Bilden Bullenhai Populationen in Fidschi separate Fortpflanzungsgemeinschaften, die entsprechend auch separat gemanagt werden müssen?

  • Mischen sich Bullenhai Populationen in Fidschi mit anderen Populationen im indopazifischen Raum oder sind sie stark isoliert?

  • Wie passen Bullenhaie in das Konzept der Metapopulationen, in dem individuelle Populationen sehr spezifische Verhaltensmuster zeigen können, die aber wiederum durch Austausch von Individuen zwischen den einzelnen Populationen beeinflusst werden?
    Dynamische Metapopulationsmodelle gehen von einem Set von Populationen aus, die zwar durch genetischen Austausch miteinander verbunden sind, deren individuelle Anpassungen jedoch überwiegen.

Für diese Untersuchung werden genetische Populationsstudien in den Bullenhai Kinderstuben um Viti Levu und Vanua Levu durchgeführt. Weiterhin soll die Zahl der Bullenhai Weibchen, die die verschiedenen Kinderstuben nutzen, sowie die Überlebensrate ihrer Jungen ermittelt werden. Kohortenstudien der Bullenhai Jungen in den Flüssen sollen Aufschluss über das Verhalten der Junghaie geben. Diese Untersuchungen sollen es dann ermöglichen, die Populationsgrössen zu schätzen und effektive Management Pläne zu erstellen.

Status 2017/18: Nach zweijähriger Feldforschung wurden 236 juvenile Bullenhaie in den gössten Flüssen der Hauptinsel Viti Levu gefangen, vermessen, markiert und freigelassen, 188 im Rewa, 38 im Navua und 10 im Sigatoka. Die gewonnenen Daten werden zur Zeit modelliert und die entsprechende Publikation über das Vorkommen von juvenilen Bullenhaie in Fidschi soll im August 2018 bei dem Fachjournal "Ecology & Evolution" eingereicht werden.

Die genetische Populationsstruktur der Bullenhaie in Fidschi wird in einen überregionalen Kontext eingebettet. Dies erlaubt, den Genfluss zwischen verschiedenen Populationen zu ermitteln und somit den Grad der Konnektivität und Isolation zu bestimmen. Der Fokus hierbei liegt auf Populationen innerhalb des indopazifischen Ozeans. Über 1'000 Einzelnukleotid Polymorphismen (SNP) wurden identifiziert und biostatistisch zur Bestimmung der populationsgenetischen Struktur und Konnektivität zwischen Bullenhaien des Indo-Pazifiks analysiert. Die Resultate zeigen, dass die Bullenhaie von Fidschi und Neukaledonien genetisch differenziert sind, während ein hohes Mass an genetischer Konnektivität zwischen den übrigen Populationen feststellbar ist. Ein möglicher Grund für diese Beobachtung ist, dass der Genfluss zwischen den Bullenhaien von Fidschi und Neukaledonien zu den übrigen Populationen auf Grund von nicht kontinuierlichen Habitaten und biogeographischen Barrieren innerhalb des Ozeans (z.B. Strömungen, Tiefseegräben, Temperaturunterschiede) limitiert ist.

Bullenhaie gehören zu den lebendgebärenden Hai-Arten. Obwohl das Vorkommen von juvenilen Bullenhaien in den drei Flusssystemen erfolgreich dokumentiert wurde, sind die exakten Geburtsorte nicht bekannt. Im Oktober 2017 wurden daher 20 akustische Empfänger in vier Flüssen stationiert. 11 schwangere Tiere und 3 juvenile Bullenhaie wurden mit akustischen Sendern versehen. Die benutzten Sender für die Jungtiere haben eine Lebensdauer von bis zu 10 Jahren, wodurch wahrscheinlich erstmals die Bewegungen und Habitatsnutzung der Bullenhaie Fidjis über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren dokumentiert werden kann.

Das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Resultate wurden im Juni 2019 in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Ecology and Evolution" unter dem Titel "Young bull sharks in Fiji's largest riverine system" publiziert.

Unterstützung 2018: 15'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 45'000 CHF

Neu 2018:
Weisse Haie im Nordatlantik: Hormon und Mikroplastik Analyse

Weisse Haie sind als Top-Räuber der Ozeane Endpunkte der Nahrungsketten. Somit akkumulieren sie Umweltgifte wie Quecksilber und Mikroplastik. Die in Zusammenarbeit mit Ocearch erfolgende Untersuchungen der Weissen Hai Populationen sollen Auskunft über deren Gesundheitszustand geben. Zudem sollen Stress- und andere Hormonuntersuchung Auskunft darüber geben, wie hoch der Stress bei Weissen Haien bei ihrem Fang und den folgenden Untersuchungen ist.

Der Teilprojektleiter Michael Hyatt ist ein Veterinärmediziner, dessen "Stress durch Fang und Untersuchungen" Forschungen bei Zitronen-, Bullen- und Hammerhaien in Rookery Bay bereits von der Stiftung finanziert und in 3 wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert wurden. Das Projekt läuft über 3 Jahre und wird jährlich mit $10,000 unterstützt.

Im September 2018 fand die erste Expedition nach Nova Scotia statt, im Februar 2019 ist eine Expedition in die südöstlichen Atlantikgebiete und im August 2019 nach Nantucket geplant.

Unterstützung 2018: 10'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 10'000 CHF

Kurzprojekte

Oekologische Analyse der Blauhaie in South Cornwall (England)

Blauhaie (Prionace glauca) sind grosse Hochsee-Haie, die als Top-Jäger global in gemässigten und tropischen Gewässern zu finden sind. Wie auch andere Haiarten sind sie ein wichtiger Regulationsfaktor in ihren marinen Oekosystemen.
Blauhaie werden direkt wegen ihrer Flossen gefangen oder verenden im Beifang der Hochsee Fangflotten. Ihr Status auf der Roten Liste gefährdeter Arten ist "Near Threatened", also kurz vor oder mit starker Tendenz hin zu "Gefährdet". Es fehlen allerdings entsprechend aktuelle Daten, so dass sie möglicherweise bereits als "Gefährdet" eingestuft werden müssten.

Neben der Bedrohung der Blauhaie durch die Fischerei ist bei Top-Jägern auch die Akkumulierung von Umweltgiften ein grosses Problem. So wurden bei Blauhaien bereits weit über den europäischen Grenzwerten liegende Konzentrationen von Arsen und Quecksilber gemessen. Auch PCB (Polychlor Biphenyle), PAH (Polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) können in Top-Jägern akkumulieren und beeinträchtigen deren Gesundheit und Fertilität.

Ziele des Projekts sind:

  • Analyse der generellen Wasserqualität der südwestliche Küste von Cornwall.

  • Mit Hilfe von Photo IDs der Rückenflossen und populationsgenetischen Analysen soll festgestellt werden, ob die Region von verschiedenen Blauhai Populationen als Futterplatz genutzt wird oder ob die dortige Population homogen ist.

  • Mit Hilfe von chemischen und genetischen Analysen soll der Gesundheitszustand der Population/en festgestellt werden.

  • Aufklärung und Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung und Fischer bezüglich der Blauhaie der südwestliche Küste von Cornwall.

Bei dem Projekt traten Probleme mit den Biopsienadeln auf, da Blauhaie sehr schnelle Schwimmer sind. Diese Probleme konnten in Zusammenarbeit mit dem Forscherteam von Fidji und Gary Adkison, dem Präsidenten der US Shark Foundation, mit deren langjähriger Erfahrung mit dem Probensammeln an Bullhaien gelöst werden. Dies ist eines von vielen Beispielen, in denen die Hai- Stiftung durch ihr grosses Netzwerk an Forscherteams Probleme eines Teams schnell und effizient lösen konnte.

Um für die Identifikation von Blauhaien eine breitere Öffentlichkeit mit einbeziehen zu können, wurde eine online Photodatenbank erstellt. In ihr sollen Photos von Blauhai-Rückenflossen gesammelt und später analysiert werden.

Projektleitung: Dr. Andrea Gaion, South Devon College

Unterstützung 2018: 6'700 CHF
Investitionen bisher: ca. 13'200 CHF

Einheimische Fischerei in Angola

In Westafrika wird ein bedenklicher Rückgang von Haien festgestellt, hauptsächlich durch den immer noch steigenden Bedarf an Hai-Flossen im asiatischen Raum. Speziell Grosse Hammerhaie, Zitronenhaie und Bullenhaie verzeichnen einen bedrohlichen Rückgang. Aber auch viele andere Haiarten sind betroffen.

Angola liegt im nördlichen Teil des so genannten "Benguela Current Large Marine Ecosystem (BCLME)". Das BCLME ist eine äusserst produktive Meeresregion, da durch den Zusammenfluss des Benguela - und Angola Stroms Wirbel entstehen, die nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche bringen.

Die Nachfrage nach Hai-Flossen hat speziell in den letzten 10 Jahren in Angola dazu geführt, dass die einheimische Küstenfischerei massiv angestiegen ist (Quelle FAO, United Nations Food and Agricultural Organization). Genaue Daten über die gezielte Hai-Fischerei liegen jedoch nicht vor und sollen in dem Projekt erhoben werden.

Das Projekt schreitet gut voran. Ein erster Zwischenbericht mit Daten von verschiedenen Häfen in Angola liegt vor.

Projektleitung: Dr. Rima Jabado (Environment Agency Abu Dhabi)

Unterstützung: ca. CHF 9'500 über 2 Jahre (2017/18-2019). Die nächste Zahlung erfolgt 2019.
Unterstützung 2018: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 4'700 CHF


Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und von Shark Info


Medien-/Öffentlichkeitsarbeit

Die Stiftung unterstützte auch 2018 Vorträge, gab diverse Interviews, redigierte Artikel in diversen Medien und lieferte Expertisen und Tipps rund um das Thema Hai und Hai-Schutz.

Web-Server

2018 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung ca. 135'000 eindeutige Besucher, die 640'000 Seiten aufgerufen haben. Die Besucher kamen vornehmlich aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Polen. Der Server der Shark Foundation verzeichnete 75'500 Besuche mit 200'00 Seitenaufrufen. Die Besucher kamen vornehmlich aus den USA, Polen, China, Ukraine und Deutschland. Klarer Spitzenreiter bei hai.ch und shark.ch war die Hai-Datenbank. Der Trend gegenüber 2017 ist weiterhin klar rückgängig, was auf die fehlende Unterstützung mobiler Browser und damit schlechtes Ranking bei Google zurückzuführen ist. Auf hai.ch waren 47% (2017 44%) der Browser mobile Versionen, auf shark.ch immerhin fast 22% (2017 30%). Es ist deshalb dringend notwendig, die Seiten in ein CMS System mit responsive Design zu überführen. Dieses Projekt ist in Arbeit.


Administrativa


Finanzpolitik der Hai-Stiftung

Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet, untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüsch-Haie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben.

Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.


Jahresbericht 1998 und 1999

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