Hai-Stiftung
Gefährdet Haie
Hai-Stiftung
Hai-Stiftung

Photo © Klaus Jost

Photo © Klaus Jost

Photo © Klaus Jost

Gefährdete Haie

Aussterben ist für immer!

Aussterben ist für immer!

Aussterben ist für immer!

Photo © Steve de Neef

Photo © Steve de Neef

Photo © Steve de Neef

previous arrow
next arrow

Jahres- und Revisionsberichte der Hai-Stiftung seit 1998

Hier finden Sie den aktuellen und letztjährigen Jahresbericht als Web-Seiten. Die Jahres- und Revisionsberichte sind als PDFs abgelegt.

Aktueller Jahresbericht 2020


Logo Hai-Stiftung

Jahresbericht der Hai-Stiftung 2020

Mai 2021

Generell



Stiftung


Die Covid-19 Pandemie hat von Anfang 2020 bis heute die Arbeiten an den Hai-Schutz Projekten der Stiftung stark beeinträchtigt. Speziell die Einschränkungen bei Reisen sowie unsichere und schnell wechselnde Quarantäneauflagen machten es vielen Forschenden unmöglich, ihre Feldarbeiten wie geplant durchführen zu können. Auch Laborarbeiten waren durch temporäre Schliessungen von Universitäten zum Teil beeinträchtigt. Anfang September 2020 erreichten uns jedoch erste positive Nachrichten, dass die Arbeiten in einigen Projekten wieder aufgenommen werden könnten. Anfang 2020 konnte ein Projekt über die Hai-Fischerei in Griechenland erfolgreich abgeschlossen werden.

Wissenschaftliche Forschung ist teuer, speziell bei marinen Organismen. So fallen neben den effektiven Forschungsmaterialien oft auch Kosten für Boote, Crew, Treibstoff, Reisen, etc. an. Molekularbiologische Forschung wie z.B. die Analyse von Populationsdynamiken oder die Untersuchung von grossräumigen Wanderungen mittels Satellitensendern verschlingen Unsummen an Forschungsgeldern und können i.d.R. nur von grossen Labors mit oft mehreren Geldgebern finanziert werden. Die doch relativ kleine Hai-Stiftung unterstützt oder beteiligt sich, wo sinnvoll, an solchen grösseren Projekten, die gezielt dem Haischutz dienen. Manchmal sind es jedoch kleine, relativ kostengünstige Projekte wie z.B. die Analyse von lokalen Fischmärkten und Landungen von Haien in schlecht untersuchten Regionen, die sehr interessant sein können. Diese werden von grossen Geldgebern, speziell den nationalen Forschungseinrichtungen, selten unterstützt. Mit der Finanzierung solcher Projekte und mit der Vernetzung der Projektleiter untereinander und mit grösseren Labors kann die Stiftung mit relativ geringem Aufwand viel zum Hai-Schutz beitragen.

Die Hai-Stiftung engagiert sich seit 1997 für den weltweiten Schutz der Haie. Ohne die Unterstützung der vielen kleinen und grossen Spender wäre es unmöglich, unsere Arbeit für die Haie und damit den Schutz der Ozeane zu leisten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!

EEA Konferenz Leiden, Holland

Die für Herbst 2020 in Leiden, Holland, geplante jährliche Konferenz der EEA (Europäischen Elasmobranchier Gesellschaft) musste wegen Covid-19 leider abgesagt werden. Auch eine online Variante der Konferenz mit Video-Vorträgen konnte nicht realisiert werden. Die jährliche Mitgliederversammlung der EEA fand jedoch in Januar 2021 via Videokonferenz statt.
Für den Spätherbst 2021 wurde wieder Leiden als Ort für die Konferenz gewählt, natürlich wieder abhängig von der Corona-Situation.

Publikationen

2020 wurden 2 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, die auf Resultaten der von der Hai-Stiftung unterstützten Projekte basierten: eine Publikation über Walhaie, eine weitere im Rahmen des "Great Fiji Shark Count".

Seit 1997 wurden somit insgesamt 79 wissenschaftliche Publikationen, 3 Bücher, diverse Konferenzberichte und Poster sowie diverse Dissertationen und Diplomarbeiten von der Hai-Stiftung unterstützt.

US Shark Foundation

Die US Shark Foundation wurde auch 2020 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary und Brenda Adkison haben sich nach über 10 Jahren Leitung der US-Stiftung leider dazu entschlossen, aus dem Stiftungsrat der US-Stiftung auszuscheiden. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für ihr grosses Engagement bedanken.

Es freut uns sehr, dass wir als neuen Direktor der US Shark Foundation Prof. Mahmood Shivji gewinnen konnten.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000

 


Projekte



Hai-Ausstellung


Die Ausstellung ist eingelagert und wir suchen wieder neue Ausstellungsorte.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 260'000 CHF

Populationsgenomik grosser Haiarten

Das Projekt, das vom Labor von Prof. Mahmood Shivji geleitet wird, umfasst molekulargenetische Analysen verschiedener grosser Hochseehaie wie z.B. grosse Hammerhaie, Makos, Weisse Haie oder Weissspitzen Hochseehaie. Mit Hilfe der Analysen sollen globale genetische Verbindungen zwischen Populationen von speziell grossen Hochsee- und anderen Haiarten molekularbiologisch untersucht werden.

Genetische Verbindungen geben Auskunft darüber, ob einzelne Populationen isoliert sind oder sich mit anderen Populationen mischen und somit Verluste durch Zuwanderungen kompensiert werden können.

Wegen Corona waren sowohl Labor- als auch Feldarbeiten 2020 nur mit grossen Unterbrüchen möglich.

Unterstützung: 2020 11'800 CHF
Investitionen bisher: ca. 48'400 CHF

Globale Analyse von Migrationen grosser Haiarten

Viele Haiarten gehen weltweit massiv zurück, hauptsächlich durch erhöhten Fischereidruck wegen ihres Fleisches und speziell der Flossen. Als Top-Jäger wachsen grosse Haie jedoch langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenige Junge. Dies macht sie besonders empfindlich gegenüber Überfischung.

Speziell Hochseehaie bewegen sich häufig in den Regionen, in denen auch die internationalen Fischereiflotten aktiv sind. Eine Analyse ihrer Wanderungen ist deshalb besonders wichtig.

Wegen Corona waren sowohl Labor- als auch Feldarbeiten 2020 nur mit grossen Unterbrüchen möglich.

Unterstützung: 2020 7'850 CHF
Investitionen bisher: ca. 32'250 CHF

Kinderstuben

Das Projekt Hai-"Kinderstuben" in Rookery Bay, 10'000 Islands, Florida, wird seit dem Jahr 2000 von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. Die Region wird von Haien als primäre Kinderstube (Neugeborene) und sekundäre Kinderstube (Junghaie ab 1 Jahr) benutzt. Die Untersuchungsregion umfasst die Fakahatchee, Faka Union und Pumpkin Bay. Die Sumpfregion, deren Wasser in diese Bays abfliesst, wurde vor über 20 Jahren für ein Landgewinnungsprojekt trocken gelegt. Das Projekt scheiterte. Erst vor einigen Jahren hat sich der Staat Florida dazu entschlossen, die ursprüngliche Sumpflandschaft wiederherzustellen. Dieses Projekt verzögerte sich jedoch stark und ist bis heute noch nicht beendet. Doch langsam zeigen sich Resultate. Die Süsswassermenge, die früher durch Kanäle ins Meer abgeleitet wurde um den Sumpf trockenzulegen, nimmt ab. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, wie sich die Änderung der Salinität in den Kinderstuben auf die Junghaie auswirkt.

Die Stiftung investiert weiterhin bei Bedarf in das Projekt.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 61'500 CHF

Haischutz Zone Fidschi

Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2013 hat Mike Neumann um die weitere Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandesaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Der "Fiji Shark Count" läuft und wurde 2013/14 von der Stiftung mitfinanziert. 2015 wertete Christine Ward-Paige von der Dalhousie University, Halifax, die während des "Fiji Shark Count"gesammelten Daten aus.

Die Stiftung investiert weiterhin bei Bedarf in das Projekt.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 41'800 CHF

Migration grosser Küstenhaie in Jupiter, FL, und Bahamas

Grosse Hammerhaie Jupiter/Bimini/Bahamas


Hammerhai Arten sind in vielen Gebieten stark überfischt. Im März 2014 wurden die Grossen Hammerhaie sowohl in den Appendix II der CITES Konvention als auch in die Rote Liste des IUCN als gefährdet aufgenommen. Sie wandern über weite Strecken durch die Hoheitsgebiete verschiedener Nationen. Aus diesem Grund sind sie auch im Annex I der UN Konvention für intensiv wandernde Arten ("Highly Migratory Species"), die eine starke Kooperation aller beteiligten Länder beim Management dieser Arten fordert.
Hammerhaie finden sich häufig im Beifang, werden aber auch aktiv befischt, da ihre Flossen einen hohen Marktwert erzielen. Den Beifang zu regulieren und zu fordern, dass Hammerhaie wieder zurück ins Meer geworfen werden müssen, macht wenig Sinn, da die Mortalität der Hammerhaie im Beifang mit ca. 90% die höchste aller Haiarten ist. Aus diesem Grund müssen die Aufenthaltsorte, saisonale Raumnutzung und Verhalten dieser Hammerhai Arten wesentlich besser bekannt sein, um sie effizienter schützen zu können.

Das Projekt startete gut. Nach dem Tod von Prof. Samuel Gruber im April 2019 und durch die Covid-Pandemie 2020/2021 geriet es jedoch stark in Verzug. Anfang 2020 wurde das Projekt von Matt Smukall, dem CEO des Shark Lab in Bimini, übernommen.

Unterstützung: 2020 - 2021/22: 18'700 CHF
Investitionen bisher: ca. 86'200 CHF

Walhaie

2020 wurde auch die Arbeit des Teams um Dr. Simon Pierce und Dr. Chris Rohner massiv durch die Corona-Pandemie beeinträchtigt. Reisen zu ihren Forschungsprojekten waren fast nicht möglich und einige Mitglieder des Teams wurden durch Schliessungen von Grenzen auf der "falschen" Seite des Kontinents festgesetzt.

Dennoch konnten ein paar Erfolge gefeiert werden. Mit dem national REPMAR Gesetz, für das das Team jahrelang gekämpft hatte, wurden Walhaie und Mantas offiziell in ganz in Mosambik legal unter Schutz gestellt. Mit den über Jahre gewonnenen Informationen über Walhaie, Mantas, Schildkröten und andere grosse Meeresbewohner in Mosambik konnte zudem ein Öl- und Gasgewinnungsprojekt im Naturschutzgebiet des Bazaruto Archipels verhindert werden.

Mit Unterstützung der Stiftung wurde Mitte 2020 ein Artikel über Walhaie in Mosambik publiziert.

Unterstützung 2020: ca. 9'900 CHF.
Investitionen bisher: ca. 110'900 CHF

Weisse Haie im Nordatlantik: Hormon und Mikroplastik Analyse

Weisse Haie sind als Top-Räuber der Ozeane Endpunkte der Nahrungsketten. Somit akkumulieren sie Umweltgifte wie Quecksilber und Mikroplastik. Die in Zusammenarbeit mit Ocearch erfolgende Untersuchungen der Weissen Hai Populationen sollen Auskunft über deren Gesundheitszustand geben.

Der Tierarzt Michael Hyatt wird bei seinen Untersuchungen der Mikroplastik Akkumulation bei Weissen Haien, bei der Analyse des generellen Gesundheitszustandes der Populationen und bei den Stress Untersuchungen beim Fang und den Untersuchungen an Bord unterstützt.

Januar/Februar 2020 untersuchte das Ocearch Team zusammen mit verschiedenen Forschern die Weissen Haie im Nordwest Atlantik. Im August und Oktober/November 2020 wurden die Analysen in der Region Massachusetts respektive Nova Scotia wiederholt.

Erste Analysen zeigen, dass Weisse Haie Mikroplastik akkumulieren. Mikroplastik kann nicht nur die Kiemen verstopfen sondern auch in den Blutkreislauf eindringen. Gefährlich dabei ist, dass Mikroplastik gefährliche Umwelttoxine bindet, die so via das Blut in die Körperzellen gelangen und Langzeitschäden verursachen können.

Unterstützung 2020: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 20'100 CHF

Haischutzprojekt Kap Verde

Westafrikas Kap Verde ist ein Archipel von zehn Vulkaninseln, Heimat von über 60 Hai- und Rochenarten, darunter Walhaie, Tigerhaie und Mantas. Diese Arten werden in Westafrika seit vielen Jahren unkontrolliert ausgebeutet. Die Kapverdischen Inseln - insbesondere Brava und Maio - sind jedoch insofern aussergewöhnlich, als sie das einzige Land in dieser Region sind, in dem Haie und Rochen nicht intensiv befischt werden, was sie zu einem Hotspot für diese Arten und zu einem der letzten Rückzugsgebiete im Nordostatlantik macht

2020 bis heute waren irgendwelche wissenschaftliche Aktivitäten auf den Kapverdischen Inseln durch die Corona-Pandemie massiv eingeschränkt.

Unterstützung 2020/21: 10'000 CHF
Unterstützung bisher: ca. 10'000 CHF

Einheimische Fischerei in Ghana

Ghana ist eine der wichtigsten Hai- und Rochenfangnationen in West Afrika. Die Hai- und Rochenfischerei ist einer der grössten Arbeitgeber der Küstenregionen und sichert die Existenz und das Einkommen vieler der ärmsten Kommunen an der ghanaischen Küste.
Das Projekt soll kritische Basisinformationen zur einheimischen Fischerei in Ghana erheben. Hierbei stehen ökologische, kulturelle und sozio-ökonomische Charakteristiken der west-ghanaischen Fischerei im Vordergrund. Spezielle, für eine Region typische Gefahren für Haie werden spezifisch analysiert. Auf der Basis dieser bis anhin fehlenden Daten soll eine nationale Strategie erarbeitet werden, um die Hai- und Rochenbestände Ghanas nachhaltig schützen und bewirtschaften zu können.

Auch die Untersuchungen in Ghana wurden 2020 massiv durch die Corona Pandemie beeinträchtigt. Die eindeutige Identifikation von Hai- und Rochenarten machte jedoch mit Hilfe des Teams aus Angola und Bernard Serret grosse Fortschritte.

Unterstützung: Total während 3 Jahren CHF 18'500.

Projektleitung: Seidu Issah
Unterstützung 2020: 8'150 CHF
Unterstützung bisher: ca. 16'450 CHF

Kurzprojekte

Erfolgreich beendet: Illegaler Handel mit Hai-Produkten in Griechenland

Die griechischen Meeresgewässer haben mit 67 Arten (37 Haiarten, 30 Rochenarten), deren Vorkommen bisher bestätigt wurde, eine bemerkenswerte Artenvielfalt an Haien und Rochen. Basierend auf der jüngsten Bewertung der Roten Liste der IUCN gelten 21 der 37 Haiarten, die in den griechischen Gewässern vorkommen, als bedroht (verletzlich, gefährdet, kritisch). 16 Haiarten sind auf der Grundlage nationaler und internationaler Gesetzgebungen geschützt (einschliesslich der Barcelona-Konvention, der Berner Konvention, CITES, GFCM-Empfehlungen und Präsidialdekrete). Es liegen jedoch keine artspezifischen Daten vor, da es keine spezifische Fischerei auf diese Arten gibt und die meisten dieser Arten aufgrund ihres geringen Handelswerts einfach ins Meer zurückgeworfen werden. Die angelandeten Arten werden in aggregierten Kategorien gemeldet. Da es keine tatsächlichen Daten über die angelandeten geschützten Arten gibt, besteht ein hohes Risiko des illegalen Handels mit geschützten Arten.
Das Projektteam besuchte zwischen Januar und Dezember 2019 Fischmärkte und Auktionen und entnahm kleine Gewebeproben der verkauften Haie. Sie führten zudem Interviews mit Fischhändlern und Kunden durch und starteten eine Medienkampagne.
Die Resultate der DNA-Analysen von 274 Fleischproben zeigte deutlich, dass auch geschützte Haie wie Blauhaie, wahrscheinlich unwissentlich, verkauft wurden.
Die Interviews zeigten unter anderem, dass die Fischhändler ihre Fische unter dem Namen auf der Kaufquittung verkaufen. Diese Namen bezeichnen oft nur Kategorien oder sind falsch. Kunden wissen nicht genau, was für Arten sie effektiv kaufen.
Das Projekt konnte 2019 erfolgreich abgeschlossen werden. Eine wissenschaftliche Publikation resultierte bereits aus dem Projekt, zwei weitere sind in Arbeit.

Projektleitung: Ioannis Giovos, iSea Griechenland
Unterstützung 2019: 6'500 CHF

Fanganalysen von Sechskiemerhaien im Mittelmeer

Stumpfnasen Sechskiemerhaie gelten zwar gemäss der Roten Liste des IUCN im Mittelmeer als nicht gefährdet, die Fischerei im Mittelmeer ist jedoch schlecht dokumentiert und kontrolliert. Sechskiemerhaie finden sich zudem häufig im Beifang der Tiefseefischerei (bis 2000m). Betrachtet man die abnehmenden Trends der meisten anderen Haipopulationen im Mittelmeer, die bis auf 10-20% ihrer früheren Grösse geschrumpft sind, wirkt diese positive Bewertung als eher unwahrscheinlich und veraltet.
Die Studie soll mit Hilfe von Interviews und Beobachtungen Trends in den Landungen der Sechschiemerhaie im gesamten Mittelmeerraum aufzeigen. Die Studie erstreckt sich über 11 Länder: Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Libyen, Algerien, Tunesien, Montenegro, Albanien, Zypern und Israel. Sie wird gemeinsam mit lokalen Wissenschaftlern und Helfern der jeweiligen Länder durchgeführt. Das Projekt wird Ignazio Nuez von der EEA Mitgliedorganisation Spanien (Submon) koordiniert. Das Projekt ist nicht nur von grossem Interesse für den Hai-Schutz sondern soll auch die Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen EEA-Mitglieder im Mittelmeerbereich fördern, speziell die neuen EEA-Mitglieder Griechenland und Israel.

Das Projekt steht kurz vor dem Abschluss, eine erste Präsentation der vorläufigen Daten erfolgte am IUCN Workshop in Palma de Mallorca im November 2019. Eine Publikation ist für 2021 in Arbeit.

Projektleitung: Ignasi Nuez, Msc, Submon, Spanien
Unterstützung 2020: -0- CHF
Unterstützung insgesamt: 9'6500 CHF

Oekologische Analyse der Blauhaie in South Cornwall (England)

Blauhaie (Prionace glauca) sind grosse Hochsee-Haie, die als Top-Jäger global in gemässigten und tropischen Gewässern zu finden sind. Wie auch andere Haiarten sind sie ein wichtiger Regulationsfaktor in ihren marinen Oekosystemen.
Blauhaie werden direkt wegen ihrer Flossen gefangen oder verenden im Beifang der Hochsee Fangflotten. Ihr Status auf der Roten Liste gefährdeter Arten ist "Near Threatened", also kurz vor oder mit starker Tendenz hin zu "Gefährdet". Es fehlen allerdings entsprechend aktuelle Daten, so dass sie möglicherweise bereits als "Gefährdet" eingestuft werden müssten.

Neben der Bedrohung der Blauhaie durch die Fischerei ist bei Top-Jägern auch die Akkumulierung von Umweltgiften ein grosses Problem. So wurden bei Blauhaien bereits weit über den europäischen Grenzwerten liegende Konzentrationen von Arsen und Quecksilber gemessen. Auch PCB (Polychlor Biphenyle), PAH (Polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) können in Top-Jägern akkumulieren und beeinträchtigen deren Gesundheit und Fertilität.


2020 gab es leider keine grösseren Fortschritte im Projekt, teilweise dadurch, dass die Kosten der Schiffe für die Expeditionen zu hoch waren. Zudem zeigte sich die Entnahme von Gewebeproben von frei schwimmenden Blauhaien als enorm schwierig. Für eine Probenentnahme von Bord aus sind sie zu schnell und wendig. 2021 soll dazu übergegangen werden, die Gewebeproben auf Fischmärkten oder direkt bei bereits gefangenen Blauhaien zu entnehmen.

Projektleitung: Dr. Andrea Gaion, South Devon College

Unterstützung 2020: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 13'200 CHF

Einheimische Fischerei in Angola

In Westafrika wird ein bedenklicher Rückgang von Haien festgestellt, hauptsächlich durch den immer noch steigenden Bedarf an Hai-Flossen im asiatischen Raum. Speziell Grosse Hammerhaie, Zitronenhaie und Bullenhaie verzeichnen einen bedrohlichen Rückgang. Aber auch viele andere Haiarten sind betroffen.

Angola liegt im nördlichen Teil des so genannten "Benguela Current Large Marine Ecosystem (BCLME)". Das BCLME ist eine äusserst produktive Meeresregion, da durch den Zusammenfluss des Benguela - und Angola Stroms Wirbel entstehen, die nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche bringen.

Die Nachfrage nach Hai-Flossen hat speziell in den letzten 10 Jahren in Angola dazu geführt, dass die einheimische Küstenfischerei massiv angestiegen ist (Quelle FAO, United Nations Food and Agricultural Organization). Genaue Daten über die gezielte Hai-Fischerei liegen jedoch nicht vor und sollen in dem Projekt erhoben werden.

Das Projekt schreitet gut voran. Ein zweiter Zwischenbericht mit Daten von verschiedenen Häfen in Angola liegt vor.

2021 wurde Ana Lucia Furtado Soares in die IUCN Shark Specielist Gruppe aufgenommen und wird ihre Arbeiten in Angola als Dissertation weiterführen.

Projektleitung: Ana Lucia Furtado Soares, Dr. Rima Jabado (Environment Agency Abu Dhabi)

Unterstützung: ca. CHF 9'500 über 3 Jahre (2017-2019).
Unterstützung 2020: -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 8'700 CHF


Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und von Shark Info



Medien-/Öffentlichkeitsarbeit


Die Stiftung und Shark Info beantworteten Fragen, redigierten Artikel in diversen Medien und lieferte Expertisen und Tipps rund um das Thema Hai und Hai-Schutz.

Web-Server

2020 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung ca. 156'700 eindeutige Besucher, die 717'300 Seiten aufgerufen haben. Die Besucher kamen vornehmlich aus Deutschland, Singapur, Polen, der Schweiz und Österreich. Der Server der Shark Foundation verzeichnete 102'400 Besuche mit 280'000 Seitenaufrufen. Die Besucher kamen vornehmlich aus den Singapur, USA, Polen, China und Deutschland. Klarer Spitzenreiter bei hai.ch und shark.ch war die Home-Page. Auf Platz 2 der am häufigsten besuchten Seiten war bei beiden Sprachvarianten die Datenbank-Suchseite nach Haien. Der Trend gegenüber 2019 war steigend. Auf hai.ch waren ca. 67% der Browser mobile Versionen, auf shark.ch immerhin 60%. Erstaunlich ist, dass im deutschsprachigen Raum mobile Zugriffe häufiger sind als im englischsprachigen und asiatischen Raum. Die neuen Web-Seiten der Stiftung sind im April 2021 online gegangen. Im Juli werden sie schrittweise die alten Seiten ersetzen. Wir erwarten mit den neuen Seiten, die für das Google Ranking, SEO und mobile Geräte optimiert sind, eine wesentlich bessere Internetpräsenz.


Administrativa



Finanzpolitik der Hai-Stiftung


Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet. Sie untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüschhaie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben.

Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.


Jahresbericht 2019


Logo Hai-Stiftung

Jahresbericht der Hai-Stiftung 2019

September 2020

Generell




Stiftung

Die Covid-19 Pandemie hat 2020 auch die Arbeit der Hai-Stiftung nicht verschont. Die Revision der Buchhaltung, der Jahresbericht und damit die jährliche beschliessende Stiftungsratssitzung mussten auf Herbst verschoben werden. Sämtliche Feldarbeiten an den von der Stiftung unterstützen Projekten mussten ebenfalls eingestellt werden. Anfang September erreichten uns jedoch positive Nachrichten, dass die Arbeiten in einem Teil der Projekte langsam wieder aufgenommen werden können.

Wissenschaftliche Forschung ist teuer, speziell bei marinen Organismen. So fallen neben den effektiven Forschungsmaterialien oft auch Kosten für Boote, Crew, Treibstoff, Reisen, etc. an. Molekularbiologische Forschung wie z.B. die Analyse von Populationsdynamiken oder die Untersuchung von grossräumigen Wanderungen mittels Satellitensendern verschlingen Unsummen an Forschungsgeldern und können i.d.R. nur von grossen Labors mit oft mehreren Geldgebern finanziert werden. Die doch relativ kleine Hai-Stiftung unterstützt oder beteiligt sich, wo sinnvoll, an solchen grösseren Projekten, die gezielt dem Haischutz dienen. Manchmal sind es jedoch kleine, relativ kostengünstige Projekte wie z.B. die Analyse von lokalen Fischmärkten und Landungen von Haien in schlecht untersuchten Regionen, die sehr interessant sein können. Diese werden von grossen Geldgebern, speziell den nationalen Forschungseinrichtungen, selten unterstützt. Mit der Finanzierung solcher Projekte und mit der Vernetzung der Projektleiter untereinander und mit grösseren Labors kann die Stiftung mit relativ geringem Aufwand viel zum Hai-Schutz beitragen.

Die Hai-Stiftung engagiert sich seit 1997 für den weltweiten Schutz der Haie. Ohne die Unterstützung der vielen kleinen und grossen Spender wäre es unmöglich, unsere Arbeit für die Haie und damit den Schutz der Ozeane zu leisten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Spendern und Gönnern ganz herzlich bedanken. Ohne Ihre Mithilfe wäre unsere Arbeit nicht möglich!

EEA Konferenz Rende, Italien

Alexander Godknecht vertrat vom 16. bis 18. Oktober 2019 die Hai-Stiftung als Repräsentantin der Schweiz an der 23. internationalen wissenschaftlichen Konferenz der Europäischen Elasmobranchier Gesellschaft (EEA) in Rende (Italien).

Publikationen

2019 wurden 5 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, die auf Resultaten der von der Hai-Stiftung unterstützten Projekte basierten. Speziell erwähnenswert ist die Publikation des Genoms (Erbgut) von Weissen Haien des Teams um Proj. Mahmood Shivji in den PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences, USA).

Seit 1997 wurden somit insgesamt 77 wissenschaftliche Publikationen, 3 Bücher, diverse Konferenzberichte und Poster sowie diverse Dissertationen und Diplomarbeiten von der Hai-Stiftung unterstützt.

US Shark Foundation

Die US Shark Foundation wurde auch 2019 als gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Miami, Florida, registriert. Gary Adkison ist als Direktor der US Stiftung eingetragen. 2019 war die US Shark Foundation selbsttragend und konnte mehrere, für den Hai-Schutz wichtige Erfolge verzeichnen.

Administrative Gesamtkosten bisher ca. CHF 58'000

Prof. Samuel "Doc" Gruber

Prof. Samuel Gruber, von vielen einfach "Shark Doc" genannt, verstarb am 18. April 2019 nach längerer Krankheit. Der weltbekannte Hai-Forscher, Doyen, Motor des Shark Labs auf Bimini und gute Freund hinterlässt eine nicht zu füllende Lücke. Die Stiftung hat seit 2007 mit Doc in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Wir werden seine wertvollen Inputs und interessanten Diskussionen vermissen.


Projekte




Hai-Ausstellung

Die Ausstellung ist seit September 2016 eingelagert und wir suchen wieder neue Ausstellungsorte.
Von April 2018 bis Januar 2019 wurde ein grosser Teil der Hai-Modelle an das Sauriermuseum in Aathal für die Sonderausstellung "Haie der Urmeere" am Sauriermuseum Aathal, Schweiz, vermietet.

Ausgaben/Investitionen bisher: ca. 260'000 CHF

Populationsgenomik grosser Haiarten

Das Projekt, das vom Labor von Prof. Mahmood Shivji geleitet wird, umfasst molekulargenetisch Analysen verschiedener grosser Hochseehaie wie z.B. Grosser Hammerhai, Mako, Weisser Hai oder Weissspitzen Hochseehai. Mit Hilfe der Analysen sollen globale genetische Verbindungen zwischen Populationen von speziell grossen Hochsee- und anderen Haiarten molekularbiologisch untersucht werden.

Viele Haiarten werden stark befischt und sind global bedroht. Obwohl Haie grosse Strecken zurücklegen können, muss angenommen werden, dass sie lokale Populationen bilden (Philopatrie) und es nur zu geringem genetischen Austausch zwischen den einzelnen Populationen kommt. Der genetische Austausch zwischen den getrennt lebenden Populationen und somit die Auffrischung des Genpools ist speziell für stark rückgängige Populationen ein wichtiger Faktor für deren Überleben.

2018/2019 untersuchte das Team um Prof. Shivji die Populationen der Kurzflossen Makos, einer Hochsee-Haiart, die sowohl von Hobbyanglern als auch kommerziellen Fischereiflotten gefangen werden. Speziell der meist unregulierte internationale Flossenhandel dezimiert die Bestände signifikant. Auf der Roten Liste des IUCN werden Makos als global gefährdet geführt.

Mittels hochauflösender genetischer Analysen (SNP) soll die Populationsdynamik, also die Populationsstrukturen, Genetische Diversität und Evolutionsgeschichte der Kurzflossen Makos im gesamten Atlantik analysiert werden. Auf der Basis dieser Informationen sollen Behörden und die internationalen Fischereikommissionen die Kurzflossen Makos besser bewirtschaften und schützen können.

2019 wurde im Rahmen der Forschungsarbeiten von Prof. Shivji mit Unterstützung der Hai-Stiftung ein wissenschaftliches Paper über das Genom der Weissen Haie und die Reaktion von Makos auf sich verändernde Umweltfaktoren publiziert.

Unterstützung: 2019 12'200 CHF
Investitionen bisher: ca. 36'700 CHF

Globale Analyse von Migrationen grosser Haiarten

Viele Haiarten gehen weltweit massiv zurück, hauptsächlich durch erhöhten Fischereidruck wegen ihres Fleisches und speziell der Flossen. Als Top-Jäger wachsen grosse Haie jedoch langsam, werden spät geschlechtsreif und haben nur wenige Junge. Dies macht sie besonders empfindlich gegenüber Überfischung.

Stark bedroht sind unter anderem Hammerhaie. Fischereimanagement Behörden und Organisationen benötigen dringend genaue Daten über die Migrationswege auf Populationsebene, die bevorzugten Aufenthaltsgebiete und Überschneidungsbereiche mit den Fischereizonen der Hochsee-Fangflotten.

Glatte Hammerhaie (Sphyrna zygaena) sind global empfindlich (Rote Liste: "vulnerable") und es besteht das Risiko der Ausrottung. Sie wandern über grössere Strecken, über ihre Wanderwege ist jedoch fast nichts bekannt. Diese von der Hai-Stiftung finanzierte Studie soll Aufschluss über die Wanderungen dieser Haiart geben und internationale Fischereibehörden dabei unterstützen, Schutzzonen und Schutzzeiten für diese Haiart zu etablieren.

Unterstützung: 2019 8'150 CHF
Investitionen bisher: ca. 24'400 CHF

Kinderstuben

Das Projekt Hai-"Kinderstuben" in Rookery Bay, 10'000 Islands, Florida, wird seit dem Jahr 2000 von Pat O'Donnell in Zusammenarbeit mit dem Mote Marine Lab betreut. Die Region wird von Haien als primäre Kinderstube (Neugeborene) und sekundäre Kinderstube (Junghaie ab 1 Jahr) benutzt. Die Untersuchungsregion umfasst die Fakahatchee, Faka Union und Pumpkin Bay. Die Sumpfregion, deren Wasser in diese Bays abflisst, wurde vor über 20 Jahren für ein Landgewinnungsprojekt trocken gelegt. Das Projekt scheiterte. Erst vor einigen Jahren hat sich der Staat Florida dazu entschlossen, die ursprüngliche Sumpflandschaft wiederherzustellen. Dieses Projekt verzögerte sich jedoch stark und ist bis heute noch nicht beendet. Doch langsam zeigen sich Resultate. Die Süsswassermenge, die früher durch Kanäle ins Meer abgeleitet wurde um den Sumpf trockenzulegen, nimmt ab. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, wie sich die Änderung der Salinität in den Kinderstuben auf die Junghaie auswirkt.

Pat ist beim Staat Florida (Rookery Bay National Estuarine Research Reserv) angestellt. Das Projekt arbeitet hauptsächlich mit begeisterten Freiwilligen, wodurch die Kosten stark reduziert werden können. Sein Team sammelt jährlich Daten bezüglich Anzahl und Art von Junghaien in den verschiedenen Regionen und baut damit einen beeindruckenden Datensatz auf. Die Stiftung investiert weiterhin bei Bedarf in das Projekt.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 61'500 CHF

Haischutz Zone Fidschi

Das Fidschi Haischutz Park Projekt ist heute selbsttragend. Die Stiftung wird, falls notwendig, dem Projekt finanziell zur Seite stehen. Ende 2013 hat Mike Neumann um die weitere Unterstützung des Projekts "Fiji Shark Count" gebeten, das ab 2012 eine Bestandsaufnahme aller Haie in der Region zum Ziel hat. Der Fiji Shark Count läuft und wurde 2013/14 von der Stiftung mitfinanziert. 2015 wertete Christine Ward-Paige von der Dalhousie University, Halifax, die während des Fidji Shark Count gesammelten Daten aus.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 41'800 CHF

Migration grosser Küstenhaie in Jupiter, FL, und Bahamas

Grosse Hammerhaie Jupiter/Bimini/Bahamas
Hammerhai Arten sind in vielen Gebieten stark überfischt. Im März 2014 wurden die Grossen Hammerhaie sowohl in den Appendix II der CITES Konvention als auch in die Rote Liste des IUCN als gefährdet aufgenommen. Sie wandern über weite Strecken durch die Hoheitsgebiete verschiedener Nationen. Aus diesem Grund sind sie auch im Annex I der UN Konvention für intensiv wandernde Arten (Highly Migratory Species), die eine starke Kooperation aller beteiligten Länder beim Management dieser Arten fordert.
Hammerhaie finden sich häufig im Beifang, werden aber auch aktiv befischt, da ihre Flossen einen hohen Marktwert erzielen. Den Beifang zu regulieren und zu fordern, dass Hammerhaie wieder zurück ins Meer geworfen werden müssen, macht wenig Sinn, da die Mortalität der Hammerhaie im Beifang mit ca. 90% die höchste aller Arten ist. Aus diesem Grund müssen die Aufenthaltsorte, saisonale Raumnutzung und Verhalten dieser Hammerhai Arten wesentlich besser bekannt sein, um sie effizienter schützen zu können.

2019 mussten wegen des Todes von Prof. Samuel Gruber die meisten Arbeiten vorübergehend eingestellt werden, damit sich das Shark Lab und seine Mitarbeitenden neu positionieren konnten. Das Projekt wird 2020 wieder aufgenommen.

Unterstützung: 2019 -0- CHF
Investitionen bisher: ca. 226'400 CHF

Walhaie

2019 arbeitete das Team bestehend aus Dr. Simon Pierce, Dr. Chris Rohner und Dr. Clare Pebble an verschiedenen Walhai Projekten auf den Galapagos Inseln (Ecuador), Madagaskar, Mexiko, Mozambik, St. Helena (Grossbritannien) und Tansania.
Schwerpunkt der Arbeiten 2019 war das Wissen über die Biologie der Walhaie mit neuen physiologischen Techniken zu erweitern. So konnte bei einer Expedition nach St. Helena, wie auch bereits 2018 in Galapagos, ein Unterwasser-Ultraschallgerät erfolgreich für die Analyse der Trächtigkeit bei frei schwimmenden ausgewachsenen Walhaien eingesetzt werden. Auf Galapagos und St. Helena wurden zudem Blutproben für diverse biochemische Analysen entnommen. Walhaie eignen sich wegen ihrer Grösse und Gutmütigkeit sehr gut für das Testen neuer Methoden, die später eventuell bei anderen Haiarten eingesetzt werden können.
2019 zeigte eine gross angelegte kollaborative Studie die Gefährdung der Haie während ihrer Wanderungen durch die internationale Fischereiindustrie.
Eine weitere Studie in Java zeigte zum ersten Mal deutlich die Gefahr für Walhaie durch Plastikabfälle im Meer. Walhaie schlucken in dieser Gegend ca. 137 Stücke Plastik während 1 Stunde in der sie fressen.
Das Team präsentierte die Resultate ihrer verschiedenen Projekte an der fünften internationalen Walhai Konferenz in Australien.

Mit Unterstützung der Stiftung wurde 2019 ein wissenschaftlicher Artikel (Nature) über die grossen Risiken für wandernde Haiarten durch die internationale Fischerei ausserhalb nationaler Hoheitsgebiete publiziert. Eine weiterer Artikel über Walhaie in Mosambik erschien Mitte 2020.

Unterstützung: 2019 wurden keine Gelder beantragt.
Investitionen bisher: ca. 101'000 CHF

Weisse Haie im Nordatlantik: Hormon und Mikroplastik Analyse

Weisse Haie sind als Top-Räuber der Ozeane Endpunkte der Nahrungsketten. Somit akkumulieren sie Umweltgifte wie Quecksilber und Mikroplastik. Die in Zusammenarbeit mit Ocearch erfolgende Untersuchungen der Weissen Hai Populationen sollen Auskunft über deren Gesundheitszustand geben.

Das Ziel ist es, 60 Weisse Haie zu untersuchen, jeweils 20 aus den 3 Lebensabschnitten. Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

  1. Wie sieht die Populationgenetik der Weissen Haie im Nordatlantik aus?
  2. Wie bewegen sie sich, wie nutzen sie ihren Habitat und was sind ihre Tauchprofile?
  3. Was fressen sie, was für Fressstrategien haben sie und aus was besteht ihre Nahrung
  4. Wie sieht ihr Reproduktionszyklus aus?
  5. Sind sie gesund und wie hoch ist der Grad der Ansammlung von Umweltgiften?
  6. Wie wirken sich der Fang und die Arbeiten an Bord auf ihre Stresslevel aus?
  7. Wie setzt sich ihr Mikrobiom (alle nicht krankheitserregenden Lebewesen auf und in ihrem Körper) zusammen?
  8. Wie sind die generellen optischen Eindrücke von den Haien?

 

Der Teilprojektleiter Michael Hyatt ist ein Veterinärmediziner, dessen "Stress durch Fang und Untersuchungen" Forschungen bei Zitronen-, Bullen- und Hammerhaien in Rookery Bay bereits von der Stiftung finanziert und in 3 wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert wurden. Das Projekt läuft über 3 Jahre und wird jährlich mit $ 10,000 unterstützt.

Das Projekt schritt auch 2019 gut voran. Die Exkursionen Carolina/Georgia/Florida, Massachusetts, und Nova Scotia, Canada waren erfolgeich. Ein Zwischenbericht mit Daten der Expeditionen wurde Ende 2019 eingereicht.

Unterstützung 2019: 10'100 CHF
Investitionen bisher: ca. 20'100 CHF

Neu 2019: Haischutzprojekt Kap Verde

Westafrikas Kap Verde ist ein Archipel von zehn Vulkaninseln, Heimat von über 60 Hai- und Rochenarten, darunter Walhaie, Tigerhaie und Mantas. Diese Arten werden in Westafrika seit vielen Jahren unkontrolliert ausgebeutet. Die Kapverdischen Inseln - insbesondere Brava und Maio - sind jedoch insofern aussergewöhnlich, als sie das einzige Land in dieser Region sind, in dem Haie und Rochen nicht intensiv befischt werden, was sie zu einem Hotspot für diese Arten und zu einem der letzten Rückzugsgebiete im Nordostatlantik macht

Die Bedrohungen für die Haipopulation des Landes nehmen jedoch zu. Illegaler und exzessiver Fischfang, Umweltverschmutzung und Klimawandel sind nur einige Beispiele, zusammen mit der schnell wachsenden Tourismusindustrie in der Region, die den Druck auf die kapverdischen Meeresökosysteme und -arten, einschliesslich der Haie, weiter erhöht.

Es existieren bereits zwei Nichtregierungsorganisationen, die im Schutz der Gewässer um die kapverdischen Inseln engagiert sind, Fundação Maio Biodiversidade (FMB) in Maio, and Biflores in Brava. Das Projekt, dessen Hauptsponsor Fauna & Flora International (FFI) ist, möchte als Teil des Projekts diese beiden Organisationen soweit aufbauen, dass sie in Zukunft selbständig alle Schutzaufgaben übernehmen können.

Ziele des Vorprojekts 2019 (1 Jahr):

  1. Effektive standortbasierte Meeresbewirtschaftung (Meeresschutzgebiete/Marine Protected Areas (MPAs), Fischerei und artenorientierte Erhaltung in Schwerpunktgebieten).
  2. Verbesserung von Politik und Praxis, um Bedrohungen grösseren Ausmasses für Arten und Lebensräume zu vermindern (nationale Fischerei-Reformen, verantwortungsvolle Geschäftspraktiken).
  3. Entwicklung der Kompetenz von lokalen Schutz-Organisationen (FMB und Biflores) und Optimierung ihrer Operationen um sie bei einem wirksamen Schutz der Meere zu unterstützen.
Ziele des Hauptprojekts 2020:
  1. Schliessen von Wissenslücken durch Forschung und Versuche. Zu diesem Zweck werden folgende Aktivitäten durchgeführt:
    • Untersuchung der historischen Haipopulationen und ihrer Diversität in Kap Verde.
    • Identifizieren und beschreiben der Hai-Kinderstuben um Brava und Maio. Diese Gebiete haben Priorität.
    • Bewertung der Durchführbarkeit und Eignung eines Programms zum Austausch von Fanggeräten für Fischer in Brava und Maio (Haken, Netze usw.)
    • Analyse der Finning Aktivitäten in Kap Verde, vor allem bei lokalen Fischern. Bei Bedarf Erarbeitung von Massnahmen, um Finning zu beenden.
    • Analyse der Eignung von Brava und Maio für nachhaltigen Ökotourismus, z.B. Tauchen mit Haien.
    • Fangdaten über die Häufigkeit von Jungfischen und den Fang pro Einheitsaufwand (CPUE) sammeln und analysieren, um eine Vorstellung davon zu erhalten, ob die Haie um Brava nachhaltig befischt werden.
  2. Gezielter Einsatz zur Verhinderung zerstörerischer Aktivitäten und zur Unterstützung positiver Initiativen.
    • Aufklärung der Fischer in Brava und Maio über die bestehenden Fischereigesetze und ihre Gründe, insbesondere im Zusammenhang mit Haien.
    • Gegen lokale Mythen vorgehen, die Haie gefährden, und Fischer ermutigen, Haie im Beifang möglichst lebend wieder ins Meer zurück zu werfen.
    • Information der lokalen Fischer über nachhaltige Fischereipraktiken (zum Schutz der Haie und ihrer Beute).
    • Interviews zur Entwicklung der Haibestände und ihres Vorkommens sowie Beifänge mit Fischern auf Maio sollen Trends seit 2016 aufzeigen.
    • Organisation von Meetings mit lokalen Behörden und Verantwortlichen in Maio, die für die Durchsetzung von Vorschriften zuständig sind. Auch Sportfischerei-Unternehmen müssen einbezogen werden. Diese müssen sich an Sportfischereigesetze halten und bewährte Praktiken einhalten, die für Haie und andere gefährdete Arten nachhaltig sind.
  3. Lokaler Kapazitätsaufbau
    • Unterstützung des fortgesetzten Kapazitätsaufbaus bei Biflores, um sie zu Bravas primärer mariner Schutzorganisation aufzubauen. Sie sollen zukünftig die regionale Führungsrolle im Haischutz übernehmen
    • Unterstützung der "Wächter des Meeres" von Maio, um die Projektarbeit zu überwachen und zu verifizieren, neue Bedrohungen zu finden und illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit Haien und ihrer Nahrungsasis in den MPAs von Maio zu verhindern
    • Durchführung von Kursen für lokale Fischer, z.B in Bootsreparatur und Erster Hilfe. Diese sind "Good Will" Angebote und dienen primär der guten Zusammenarbeit mit den Fischern und der Reduktion ihrer Unterhaltskosten. So soll eine kontinuierliche Zusammenarbeit auch mit den Fischern beim Schutz der Haie in Kap Verde gewährleistet werden.
Die Stiftung übernimmt bei diesem Projekt einen Teil der Kosten für die geplanten wissenschaftlichen Hai-Untersuchungen.

 

Unterstützung 2019: 10'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 10'000 CHF

Neu 2019: Einheimische Fischerei in Ghana

Ghana ist eine der wichtigsten Hai- und Rochenfangnationen in West Afrika. Die Hai- und Rochenfischerei ist einer der wichtigsten Arbeitgeber der Küstenregionen und sichert die Existenz und das Einkommen vieler der ärmsten Kommunen an der ghanaischen Küste.
Das Projekt soll kritische Basisinformationen zur einheimischen Fischerei in Ghana erheben. Hierbei stehen ökologische, kulturelle und sozio-ökonomische Charakteristiken der west-ghanischen Fischerei im Vordergrund. Spezielle, für eine Region typische Gefahren für Haie werden spezifisch analysiert. Auf der Basis dieser bis anhin fehlenden Daten soll eine nationale Strategie erarbeitet werden, um die Hai- und Rochenbestände Ghanas nachhaltig schützen und bewirtschaften zu können.
Die Projektdauer ist auf 3 Jahre angesetzt. Die Datenerhebung begann im April 2019. Das Projekt ergänzt das Kurzprojekt zur Analyse der lokalen Fischerei in Angola ausgezeichnet. Die beiden Teams haben Kontakt und arbeiten zusammen.
Zu Beginn des Projektes wurden massive Unsicherheiten bei der komplexen Bestimmung der in Ghana gefangenen Hai- und Rochenarten deutlich. Es benötigt sehr viel Erfahrung, um gewisse Arten immer korrekt zu bestimmen. Mit Hilfe des Teams aus Angola und von Prof. em. Benard Seret (Frankreich) konnte die Fehlerrate bei den Bestimmungen jedoch drastisch gesenkt werden.
Unterstützung: Total während 3 Jahren CHF 18'500.

Projektleitung: Seidu Issah
Unterstützung 2019: 8'300 CHF

Kurzprojekte

Neu 2019: Illegaler Handel mit Hai-Produkten in Griechenland

Die griechischen Meeresgewässer haben mit 67 Arten (37 Haiarten, 30 Rochenarten), deren Vorkommen bisher bestätigt wurde, eine bemerkenswerte Artenvielfalt an Haien und Rochen. Basierend auf der jüngsten Bewertung der Roten Liste der IUCN gelten 21 der 37 Haiarten, die in den griechischen Gewässern vorkommen, als bedroht (verletzlich, gefährdet, kritisch). 16 Haiarten sind auf der Grundlage nationaler und internationaler Gesetzgebungen geschützt (einschliesslich der Barcelona-Konvention, der Berner Konvention, CITES, GFCM-Empfehlungen und Präsidialdekrete). Es liegen jedoch keine artspezifischen Daten vor, da es keine spezifische Fischerei auf diese Arten gibt und die meisten dieser Arten aufgrund ihres geringen Handelswerts einfach ins Meer zurückgeworfen werden. Die angelandeten Arten werden in aggregierten Kategorien gemeldet. Da es keine tatsächlichen Daten über die angelandeten geschützten Arten gibt, besteht ein hohes Risiko des illegalen Handels mit geschützten Arten.
Das Projektteam besuchte zwischen Januar und Dezember 2019 Fischmärkte und Auktionen und entnahm kleine Gewebeproben der verkauften Haie. Sie führten zudem Interviews mit Fischhändlern und Kunden durch und starteten eine Mediencampagne.
Die Resultate der DNA-Analysen von 274 Fleischproben zeigte deutlich, dass auch geschützte Haie wie Blauhaie, wahrscheinlich unwissentlich, verkauft wurden.
Die Interviews zeigten unter anderem, dass die Fischhändler ihre Fische unter dem Namen auf der Kaufquittung verkaufen. Diese Namen bezeichnen oft nur Kategorien oder sind falsch. Kunden wissen nicht genau, was für Arten sie effektiv kaufen.
Das Projekt konnte 2019 erfolgreich abgeschlossen werden. Eine wissenschaftliche Publikation resultierte bereits aus dem Projekt, zwei weitere sind in Arbeit.

Projektleitung: Ioannis Giovos, iSea Griechenland
Unterstützung 2019: 6'500 CHF

Neu 2019: Fanganalysen von Sechskiemerhaien im Mittelmeer

Stumpfnasen Sechskiemerhaie gelten zwar gemäss der Roten Liste des IUCN im Mittelmeer als nicht gefährdet, die Fischerei im Mittelmeer ist jedoch schlecht dokumentiert und kontrolliert. Sechskiemerhaie finden sich zudem häufig im Beifang der Tiefseefischerei (bis 2000m). Betrachtet man die abnehmenden Trends der meisten anderen Haipopulationen im Mittelmeer, die bis auf 10-20% ihrer früheren Grösse geschrumpft sind, wirkt diese positive Bewertung als eher unwahrscheinlich und veraltet.
Die Studie soll mit Hilfe von Interviews und Beobachtungen Trends in den Landungen der Sechschiemerhaie im gesamten Mittelmeerraum aufzeigen. Die Studie erstreckt sich über 11 Länder: Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Lybien, Algerien, Tunesien, Montenegro, Albanien, Cypern und Israel. Sie wird gemeinsam mit lokalen Wissenschaftlern und Helfern der jeweiligen Länder durchgeführt. Das Projekt wird Ignazio Nuez vo der EEA Mitgliedorganisation Spanien (Submon) koordiniert. Das Projekt ist nicht nur von grossem Interesse für den Hai-Schutz sondern soll auch die Zusammenarbeit innerhalb der verschiedenen EEA Mitglieder im Mittelmeerbereich fördern, speziell die neuen EEA Mitglieder Griechenland und Israel.

Das Projekt läuft, eine erste Präsentation der vorläufigen Daten erfolgte am IUCN Workshop in Palma de Mallorca im November 2019.

Projektleitung: Ignasi Nuez, Msc, Submon Portugal
Unterstützung 2019: 9'6500 CHF

Oekologische Analyse der Blauhaie in South Cornwall (England)

Blauhaie (Prionace glauca) sind grosse Hochsee-Haie, die als Top-Jäger global in gemässigten und tropischen Gewässern zu finden sind. Wie auch andere Haiarten sind sie ein wichtiger Regulationsfaktor in ihren marinen Oekosystemen.
Blauhaie werden direkt wegen ihrer Flossen gefangen oder verenden im Beifang der Hochsee Fangflotten. Ihr Status auf der Roten Liste gefährdeter Arten ist "Near Threatened", also kurz vor oder mit starker Tendenz hin zu "Gefährdet". Es fehlen allerdings entsprechend aktuelle Daten, so dass sie möglicherweise bereits als "Gefährdet" eingestuft werden müssten.

Neben der Bedrohung der Blauhaie durch die Fischerei ist bei Top-Jägern auch die Akkumulierung von Umweltgiften ein grosses Problem. So wurden bei Blauhaien bereits weit über den europäischen Grenzwerten liegende Konzentrationen von Arsen und Quecksilber gemessen. Auch PCB (Polychlor Biphenyle), PAH (Polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) können in Top-Jägern akkumulieren und beeinträchtigen deren Gesundheit und Fertilität.
Ziele des Projekts sind:

  • Analyse der generellen Wasserqualität der südwestliche Küste von Cornwall.
  • Mit Hilfe von Photo IDs der Rückenflossen und populationsgenetischen Analysen soll festgestellt werden, ob die Region von verschiedenen Blauhai Populationen als Futterplatz genutzt wird oder ob die dortige Population homogen ist.
  • Mit Hilfe von chemischen und genetischen Analysen soll der Gesundheitszustand der Population/en festgestellt werden.
  • Aufklärung und Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung und Fischer bezüglich der Blauhaie der südwestliche Küste von Cornwall.

Um für die Identifikation von Blauhaien eine breitere Öffentlichkeit mit einbeziehen zu können, wurde eine online Photodatenbank erstellt. In ihr sollen Photos von Blauhai-Rückenflossen gesammelt und später analysiert werden.

Bei dem Projekt gibt es immer noch Probleme mit den Biopsienadeln, da Blauhaie sehr schnelle Schwimmer sind. Diese Probleme konnten auch in Zusammenarbeit mit dem Forscherteam von Fidschii leider noch nicht vollständig gelöst werden.

2019 gab es leider keine grösseren Fortschritte im Projekt, teilweise dadurch, dass die Kosten der Schiffe für die Expeditionen zu hoch waren. Der Projektleiter sucht nach Alternativen und wird ab Herbst 2020 berichten. 2019 erhielt das Projekt keine Unterstützung.

Projektleitung: Dr. Andrea Gaion, South Devon College

Unterstützung 2019: 0 CHF
Investitionen bisher: ca. 13'200 CHF

Einheimische Fischerei in Angola

In Westafrika wird ein bedenklicher Rückgang von Haien festgestellt, hauptsächlich durch den immer noch steigenden Bedarf an Hai-Flossen im asiatischen Raum. Speziell Grosse Hammerhaie, Zitronenhaie und Bullenhaie verzeichnen einen bedrohlichen Rückgang. Aber auch viele andere Haiarten sind betroffen.

Angola liegt im nördlichen Teil des so genannten "Benguela Current Large Marine Ecosystem (BCLME)". Das BCLME ist eine äusserst produktive Meeresregion, da durch den Zusammenfluss des Benguela - und Angola Stroms Wirbel entstehen, die nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche bringen.

Die Nachfrage nach Hai-Flossen hat speziell in den letzten 10 Jahren in Angola dazu geführt, dass die einheimische Küstenfischerei massiv angestiegen ist (Quelle FAO, United Nations Food and Agricultural Organization). Genaue Daten über die gezielte Hai-Fischerei liegen jedoch nicht vor und sollen in dem Projekt erhoben werden.

Das Projekt schreitet gut voran. Ein zweiter Zwischenbericht mit Daten von verschiedenen Häfen in Angola liegt vor.

Projektleitung: Dr. Rima Jabado (Environment Agency Abu Dhabi)

Unterstützung: ca. CHF 9'500 über 3 Jahre (2017-2019).
Unterstützung 2019: 4'000 CHF
Investitionen bisher: ca. 8'700 CHF

 


Öffentlichkeitsarbeit Hai-Stiftung und von Shark Info




Medien-/Öffentlichkeitsarbeit

Die Stiftung und Shark Info beantworteten Fragen, redigierten Artikel in diversen Medien und lieferte Expertisen und Tipps rund um das Thema Hai und Hai-Schutz.

Web-Server

2019 verzeichnete der Web-Server der Hai-Stiftung ca. 107'500 eindeutige Besucher, die 430'000 Seiten aufgerufen haben. Die Besucher kamen vornehmlich aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Österreich. Der Server der Shark Foundation verzeichnete 60'000 Besuche mit 270'00 Seitenaufrufen. Die Besucher kamen vornehmlich aus den USA, Polen, China und Deutschland. Klarer Spitzenreiter bei hai.ch war die Hai-Datenbank, bei shark.ch die Home-Page. Der Trend gegenüber 2018 ist weiterhin klar rückgängig, was auf die fehlende Unterstützung mobiler Browser und damit schlechtes Ranking bei Google zurückzuführen ist. Auf hai.ch waren 52% der Browser mobile Versionen, auf shark.ch immerhin 31%. Erstaunlich ist, dass im deutschsprachigen Raum mobile Zugriffe mit Abstand häufiger sind als im englischsprachigen Raum. Die neuen Web-Seiten der Stiftung werden im Winter 2020 mit grosser Wahrscheinlichkeit online gehen. Wir erwarten mit den neuen Seiten, die für das Google Ranking, SEO und mobile Geräte optimiert sind, eine wesentlich bessere Internetpräsenz.


Administrativa




Finanzpolitik der Hai-Stiftung

Die Hai-Stiftung wurde am 29. August 1997 gegründet, untersteht als international tätige Stiftung der Aufsicht des Eidgenössischen Departements des Inneren / Stiftungsaufsicht, Bern, und kann steuerlich abzugsfähige Spenden entgegennehmen. Sie legt einmal jährlich der Aufsichtsbehörde ihren Jahresbericht und ihre Jahresrechnung zur Genehmigung vor.

Die Stiftung finanziert ihre gesamten Aktivitäten durch Spenden, Vorträge oder den Verkauf von Produkten wie z. B. T-Shirts oder Plüschhaien. Der Stiftungsrat arbeitet ehrenamtlich und erhält weder Sitzungsgelder noch Lohn. Die Stiftung betreibt einen «Hai-Shop» auf ihren Internet-Seiten (T-Shirts, Plüsch-Haie, Abreissblöcke, Postkarten, Hai-Patenschaften). Der Verkaufserlös fliesst direkt zurück auf das Stiftungskonto. In der Regel geht einmal jährlich ein Mailing an alle Interessierten mit Einzahlungsschein und der Bitte um eine Spende.

Der Stiftungsrat der Hai-Stiftung entscheidet in der ersten Sitzung des jeweiligen Jahres über die Verwendung des Gewinnvortrages und des aus Spenden des Vorjahres stammenden Geldes. Bis anhin wurden keine Rückstellungen gemacht, sondern die gesamten Geldmittel für laufende Projekte, Investitionen und administrative Ausgaben freigegeben.

Die Buchhaltung der Stiftung wird von der Revisionsgesellschaft Revisal (Gossau) jährlich geprüft.


Jahres- und Revisionsberichte 2019 - 2020

Jahresbericht 1998/1999

Unterstützen Sie die Stiftung bei ihrer Arbeit für die Haie

Auch wir benutzen Cookies für unserer Webseiten. Einige sind essentiell, andere vereinfachen Ihnen die Nutzung unserer Seiten.
Sie können diese Cookies akzeptieren oder ablehnen. Bei einer Ablehnung können jedoch gewisse Funktionen der Seiten nicht mehr zur Verfügung stehen.